Liebe dich selbst, denn wenn du es nicht tust…

Liebe dich selbst

Was glaubst du: Wieviel Milch gibt eine Kuh am Tag? Eigentlich nur so viel, wie ihr Kalb zum Leben braucht. Das sind ungefähr acht Liter täglich.

Turbo-Kühe haben einen anderen Auftrag. Sie dienen einem wirtschaftlichen Zweck und werden für die industrielle Milchproduktion gezüchtet, so dass sie bis zu 50 Liter Milch am Tag geben! Jedes Jahr wird etwa ein Viertel des gesamten Bestandes an Turbo-Kühen zum Schlachthof gebracht, weil sie krank sind. Quelle: Utopia.de, mehr Infos zum Beispiel hier.

Als ich über die Blog-Parade „Stark durch Selbstliebe“ von Claudia Heipertz stolperte, entschied ich mich spontan, mitzumachen. Erst später las ich Claudia’s Geschichte, die sie zu diesem Thema inspiriert hatte und freute mich doppelt auf diesen Beitrag und über meine Entscheidung, dabei zu sein. Was das mit Turbo-Kühen zu tun hat? Kommt noch!

Claudia beschreibt aus eigener Erfahrung, was ich auch regelmäßig in meinen Beratungen wahrnehme und was uns allen wahrscheinlich nicht völlig fremd ist: Manchmal mangelt es uns an Liebe und Respekt gegenüber uns selbst und unseren eigenen Leistungen. Das blockiert uns und die klare Sicht darauf, wie es weitergehen kann.

Warum wir so streng mit uns selber sind

Der Vergleich mit anderen, die vermeintlich besser, erfolgreicher oder auch jünger, höher, schneller und weiter sind, entmutigt uns entweder von vornherein oder spornt zeitweise zu Höchstleistungen an. Höchstleistungen, die aber nicht aus echter, eigener Motivation und Kraft heraus entstehen, sondern durch äußeren Druck. Die Folge ist manchmal das Turbo-Kuh Syndrom: ausgelaugt, krank und gefangen im Hamsterrad. Vielleicht sogar Burnout.

Wenn wir fremde Ziele als unsere eigenen Ziele wahrnehmen und wir uns nur noch über den Vergleich mit anderen definieren, dann sind wir fremdgesteuert und es ist an der Zeit, genauer hinzuschauen und uns zu fragen:

Was will ich eigentlich selber?

Die eigene Selbstwahrnehmung muss wieder gestärkt werden.

„Selbstwahrnehmung bedeutet, sich der eigenen Emotionen und Absichten bewusst zu werden. Das ist die Grundlage für echte Motivation und den Antrieb, die eigenen Ziele zu erreichen.“ Quelle: Emotionale Führung, Daniel Goleman

Schönes Zitat, oder? Und so nachvollziehbar!

Zeit und Raum zum Nachdenken kann dabei helfen, Klarheit darüber zu erlangen, was wir eigentlich selber wollen. Ein Buch, das mir persönlich sehr viel gebracht hat, heißt „Emotionale Führung“ (Amazon Partnerlink) von Daniel Goleman. Ich lege es jedem ans Herz, der sich auf den Weg machen möchte seine eigenen Handlungsweisen und sich selbst besser zu verstehen und weiterzuentwickeln – hin zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit.

Das Buch basiert auf wissenschaftlichen Untersuchungen und geht weit über einen Ratgeber hinaus. Es erklärt zum Beispiel, was mit unserem Gehirn passiert, wenn wir uns aufregen: Negative Emotionen machen uns auf eine Bedrohung aufmerksam, die unsere Fähigkeit blockiert, uns auf vorliegende Aufgaben zu konzentrieren.

Wenn negative Emotionen oder sogar Ängste überwiegen, kann uns das blockieren und wir fühlen uns wie gelähmt. Es ist fast unmöglich, neue Wege und Aufgaben anzugehen und zu meistern – oder es ist ein großer Kraftakt, sagt die Gehirnforschung.

Kommt dir das bekannt vor? Wie oft hast du dich schon gefühlt wie in einer Schockstarre? Was war die Ursache dafür?

Wie du dich selbst lieben lernst

Die gute Nachricht ist: Positive Emotionen zu stärken und damit Blockaden aufzulösen ist erlernbar! Im Gegensatz zu einer Turbo-Kuh können wir selber dafür sorgen, dass es uns gut geht. Wir sind nicht wirklich ausgeliefert, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Fremdgesteuert zu sein oder unter Konkurrenzdruck zu stehen ist nur eine bestimmte Wahrnehmung, aber nicht die Wahrheit. Wir können und dürfen die Verantwortung für uns selbst jederzeit übernehmen.

Was unsere körperliche Gesundheit angeht, ist uns das weitestgehend bewusst: Rauchen ist ungesund, ebenso Alkohol und Zucker. Wir brauchen Bewegung und ausreichend Schlaf. Aber was ist mit unserem Geist? Wie halten wir den gesund? Das müssen wir manchmal erst (wieder) lernen.

Zum Beispiel mit Hilfe eines Buches wie „Emotionale Führung“, mit Hilfe der vielen Blogs, die hierzu Inspirationen liefern, wie der Blog von Claudia Heipertz oder auch durch Gespräche mit vertrauten Menschen, die uns ehrliches Feedback über uns selber geben und uns unsere Stärken und unsere Einzigartigkeit vor Augen führen.

Wo eine Ernährungsumstellung einen gesunden und leistungsfähigen Körper schaffen kann, kann geistiges Futter dabei helfen, seelisch auf der Höhe zu bleiben. Oder wieder dorthin zu kommen. Bringt das auch beruflich Vorteile mit sich? Was glaubst du?

Klingt anstrengend? Vielleicht ist es viel anstrengender so weiterzumachen wie bisher – und an dir selber vorbeizuleben?

Liebe dich selbst, denn wenn du es nicht tust…

Hat dir der Artikel gefallen? Dann gefällt dir vielleicht auch dieser Beitrag: Warum ein bunter Lebenslauf Wunder bewirken kann =>

Cathrin Eggers
Seit 2015 bin ich als Coach speziell für Frauen tätig, die sich beruflich verändern möchten und sich dabei individuelle Unterstützung wünschen. Gemeinsam mit meinen Klientinnen schaue ich mir das ganze Bild an und beleuchte Wünsche, Erfahrungen, aktuelle Lebenssituation und Ziele. Daraus entsteht eine strategische Jobsuche und eine treffsichere Bewerbung. Darüber hinaus unterstütze ich bei Entscheidungsfindungen, wenn konkrete Jobangebote oder Beförderungen ins Haus stehen.

Newsletter
Tipps mit Herz für deine Jobsuche


6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cathrin,

    vielen Dank, dass Du mit diesem wunderbaren Artikel an meiner Blogparade teilgenommen hast und auch dafür, dass Du noch einmal auf meinen eigenen Beitrag verlinkt hast. Ich freue mich sehr über so viel Wertschätzung.

    Deine Tipps finde ich ganz wunderbar. Ohne innere Klarheit, die man durch die Rückbesinnung auf sich selbst gewinnt, ist Selbstbestimmung nicht möglich. Da stimme ich Dir voll und ganz zu.

    Mich berührt es sehr, dass ich im Rahmen der Blogparade so kompetenten und wertschätzenden Menschen, wie Dir begegnet bin (wenn auch erstmal nur virtuell).

    Ich wünsche Dir mit Deinem Blog auch weiterhin viel Erfolg.

    Liebe Grüße
    Claudia

    1. Liebe Claudia,

      ich danke dir für deine netten und wertschätzenden Worte! Ich freue mich, Teil dieser wunderbaren Blog-Parade zu sein und deinen Blog gefunden zu haben.
      Der Kommentar von Nicole oben zeigt es sehr schön: Selbstliebe und Selbstreflektion sind ein wichtiger Baustein, wenn man sich beruflich neu orientiert.
      Insofern besteht durchaus Grund zur Hoffnung, dass sich unsere Wege häufiger kreuzen :-)

      Ich freue mich darauf!

      Herzliche Grüße
      Cathrin

  2. Hallo Cathrin,

    ich befinde mich zwar nicht auf Stellensuche, aber dennoch war Dein Artikel sehr interessant zu lesen. Das Thema Fremdbestimmung und Selbstbestimmung beschäftigt mich auch sehr, ebenso das Thema „eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten“.

    Ich glaube auch, dass viele Menschen sich nicht mehr auf ihre Stärken besinnen, sondern nur noch das machen, was die Umwelt von ihnen erwartet. Ich selbst war auch einmal in diesem Strudel, aber inzwischen findet bei mir ein Umdenkprozess statt. Ich arbeite freiberuflich als Sprachlehrerin, betreibe mit großer Begeisterung meinen Sprachenblog, habe ein Buch zum Thema geschrieben und habe auch sonst einige Hobbys und Beschäftigungen, die mir Bemerkungen einbrachten wie „Wann arbeitest du denn mal was Richtiges?“ oder „Wer kauft/braucht/macht denn sowas?“.

    Inzwischen besinne ich mich aber auf meine Stärken, und siehe da, der Erfolg bleibt nicht aus. Damit meine ich nicht Millionen auf dem Konto (leider nicht …), sondern die Freiheit, das arbeiten zu können, was ich möchte und vor allem: was ich gut kann.

    Meine Arbeit kommt mir meistens nicht wie Arbeit vor, so dass ich mich nicht schon am Montag auf das Wochenende freue – ich arbeite am Wochenende nämlich genauso an meinen Projekten. Natürlich brauche ich auch Erholungsphasen, aber diese klassische „Nine-to-five-„Einteilung habe und brauche ich nicht.

    So gesehen sind das wohl die ersten Schritte zu einer selbstbestimmten Persönlichkeit. Das darf man nicht mit Egoismus verwechseln. Natürlich bin ich für meine Familie da, natürlich gibt es ungeliebte Arbeiten (und nicht wenige), aber die Tendenz zu einem selbstbestimmten Leben und Arbeiten ist zu erkennen. Und das ist alleine meine Entscheidung.

    Was ich damit sagen will: Es war nicht immer einfach – ich habe das gemacht, obwohl ich zwei Kinder habe, obwohl mir der Wind kräftig ins Gesicht blies (und manchmal noch bläst), aber alles in allem war die Entscheidung absolut richtig. Manchmal muss man sich einfach etwas trauen. Und auf den eigenen Bauch hören.

    Liebe Grüße,
    Christine

    1. Liebe Christine,

      danke für deinen herzlichen Kommentar und einen Einblick, was das Thema dir bedeutet!
      Angesichts der Tatsache, dass die berufliche Tätigkeit einen nicht unerheblichen Teil unseres Lebens ausmacht, ist dies ein guter Punkt, um mit dem selbstbestimmten Handeln und Denken anzufangen.
      Mir geht es darum, das zu transportieren und zu zeigen, was die wirkliche Ursache für Unzufriedenheit im Job ist. Und das man selber etwas tun kann, um etwas daran zu ändern.
      Du hast es schon getan! Glückwunsch!
      Deinen Blog und deine Idee finde ich übrigens wunderbar.
      Liebe Grüße
      Cathrin

  3. Hallo Cathrin,

    auch ich befinde mich gerade aktiv auf Stellensuche. Was mir gut tut und mich sehr motiviert ist es, vor den Bewerbungsgesprächen mich intensiv mit mir selbst zu beschäftigen (Stichwort: Selbstliebe). Die eigenen Werte und Wünsche zu kennen macht vieles so viel einfacher. Das bedeutet nicht nur auf die Stärken zu schauen, sondern auch darauf zu schauen was macht mich glücklich.

    Bisher hatte ich noch keinen Erfolg bei der Stellensuche aber ich hoffe sehr, dass ich bald etwas passendes für mich finden werde.

    Viele Grüße
    Nicole

    1. Liebe Nicole,

      mit deiner Erkenntnis bist du schon einen großen Schritt weiter als viele andere, da bin ich sicher!

      Auch wenn das bedeutet, dass die Stellensuche etwas länger dauert – dafür ist der Erfolg am Ende nachhaltiger.

      Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen weiteren Schritten!
      Viele Grüße
      Cathrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*