3 Dinge, die du beherzigen solltest, um 2018 einen neuen Job zu bekommen

Wenn du einen neuen Job suchst und es bisher nicht geklappt hat, dann kann das viele Gründe haben. Drei Dinge solltest du aber unbedingt beherzigen, um deine Chancen auf Erfolg massiv zu erhöhen (inklusive Beweis am Ende).

Über zwei Jahre nachdem ich hier den ersten Beitrag geschrieben habe, nach unzähligen Gesprächen mit Klienten und Klientinnen und nach vielen E-Mails von Leserinnen und Lesern, kann ich eine Menge Gründe nennen, warum die Suche nach einer neuen Aufgabe nicht (zeitnah) von Erfolg gekrönt ist.

Ein paar Dinge wiederholen sich immer wieder (wahrscheinlich, weil sie so menschlich sind ;-)  und obwohl nicht alle Faktoren im Jobsuch- und Bewerbungsprozess beeinflussbar sind – diese drei sind es!

3 Dinge, die du heute ändern kannst, um 2018 einen neuen Job zu bekommen

1. Komm‘ raus aus der Opferhaltung

„Meine Bewerbung wird nicht richtig gelesen“, „Es gibt einfach nicht genug Stellen, auf die ich mich bewerben kann“, „Als Mutter mit zwei Kindern stellt mich doch niemand ein“.

Verallgemeinerungen auf die Außenwelt zu projizieren ist so destruktiv, weil einzelne Erfahrungen in eine nicht vorhandene Gemeingültigkeit gepresst werden, die rein objektiv gesehen gar nicht stattfindet! Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Begründungen wie diese auf jede einzelne Absage zutreffen.

Frage dich bitte nicht, was „der Arbeitsmarkt“ sollte oder müsste. Durch diese Haltung wird sich nichts für dich verändern und wenn du JETZT eine Veränderung wünschst, dann musst du dich selber an das Steuer setzen und dich auf die Dinge konzentrieren, die du selber in die Hand nehmen kannst.

Es gibt keine andere Möglichkeit, als selber aktiv zu werden und das ist eine gute Nachricht! Du wirst merken wie gut es sich anfühlt, wenn du dich nur noch auf die Dinge konzentrierst, die du selber beeinflussen kannst. Du wirst merken: Es sind mehr, als du denkst und du fühlst dich deutlich aktiver und glücklicher, wenn du dich nicht als Opfer siehst – sondern als Gestalter.

2. Halte durch!

Ich kenne es ja selber: Irgendwann verliert man die Geduld und es soll bitte JETZT klappen. Geht ja am Smartphone auch: Plug and Play, wir haben ja schließlich 2017! Nur, dass das im (Arbeits-)Leben meistens nicht klappt. Und dann gibt man auf. Die Nerven liegen blank, es geht einfach nicht. Na, dann eben nicht! Tse! (Beleidigt ab).

Noch eine Bewerbung, noch ein Anruf, noch mal die eigene Positionierung überdenken. Noch ein Anschreiben ausarbeiten. Ja, das ist anstrengend. Die richtige Jobsuche ist ein Projekt und manchmal braucht ein Projekt mehr Zeit als gedacht – apropos! Hast du dir jemals Gedanken gemacht, wie lange das Projekt eigentlich laufen soll? Denn wenn du dir keinen Plan darüber machst, dann kann es sein, dass so ein Projekt sich viel länger hinzieht als nötig – kennst du vielleicht aus dem Büro ;-)

So oder so heißt es durchhalten und dranbleiben, die Erfahrung mitnehmen und sie für dich nutzen. Rückblickend wird es dann wieder gar nicht so schlimm gewesen sein und du wirst sehen: Es war eine Phase, die vorbeiging.

3. Verändere, was nicht klappt!

Aufgeben ist, wenn du alle Aktivitäten einstellst und einfach da bleibst, wo du gerade bist. Blinder Aktionismus ist, wenn du zwar dranbleibst, aber nichts passiert und du keine Konsequenzen daraus ziehst.

Dann ist es an der Zeit zu überprüfen

  1. was genau funktioniert
  2. was vielleicht noch Aussicht auf Erfolg hat und
  3. was sich als absolut sinnlos erwiesen hat.

Mache mehr von 1 und 2 und verändere die Tätigkeiten, die bisher absolut gar nicht funktionieren.

Wenn du also bisher 200 Bewerbungen rausgeschickt und keine einzige Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hast, dann solltest du deine Bewerbung überprüfen (lassen) und deine Herangehensweise an den Arbeitsmarkt überprüfen. Keinen Sinn macht es, weitere 200 Bewerbung nach dem alten Schema zu versenden.

Feedback einer Leserin

Wenn du es schaffst, aus der Opferhaltung heraus zu bleiben, nicht aufzugeben und deine Aktivitäten immer wieder anzupassen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich früher oder später ein Erfolg einstellen wird.  Vor ein paar Tagen habe ich eine wunderschöne E-Mail bekommen, die mich wirklich berührt hat und die ich gerne hier gekürzt mit dir teilen möchte:

„Nach 12 Monaten Arbeitssuche war ich doch noch erfolgreich, vor ein paar Tagen hab ich eine mündliche Zusage bekommen und warte täglich auf meinen Arbeitsvertrag. Anfangs waren kurze, knappe Absagen die einzigen Reaktionen. Zu dieser Zeit stieß ich im Internet auf deinen Blog. Immer wieder feilte ich an Anschreiben und Lebenslauf und mit der Zeit war dann doch (unter anderem auch dank deiner Tipps) das eine und andere Vorstellungsgespräch dabei. Da sind mir einige interessante Äußerungen begegnet:

Eine junge Personalreferentin in einem großen Industriebetrieb: „Mit dem Lebenslauf können Sie es höchstens in einem kleinen Handwerksbetrieb versuchen, die bekommen nicht so viele Bewerbungen und sind vielleicht an jemandem wie Ihnen froh. Jetzt sind sie schon so lange zu Hause, da haben Sie ja gar keine Berufspraxis mehr.“

Eine Personalreferentin in einem großen Konzern sagte: „Wollen Sie wirklich Vollzeit arbeiten? Ist Ihnen das nach so einer langen Auszeit nicht zu anstrengend?“

Eine Chefsekretärin in einem Handwerksbetrieb: „Können Sie denn überhaupt noch irgendwas mit dem Computer nach so einer langen Pause? Wir haben bald System-Umstellung, und mir graut schon davor.“ – Ich könnte mir nie vorstellen, nichts mehr mit dem Computer zu machen.

Es ging aber auch anders! Ein Abteilungsleiter in einem Industriebetrieb: „In den letzten Jahren haben Sie bestimmt ordentlich organisiert und strukturiert. Meine Frau sagt immer, bei der Arbeit sei das viel leichter als zu Hause mit den Kindern.“

Und das war mein persönlicher Volltreffer: Der Abteilungsleiter, der mir einen Arbeitsvertrag schicken will: „Sie haben ja viel erlebt. Wir hatten zu Hause einen ähnlichen Fall. Da haben Sie gewaltig was geleistet.“ Der Rest des Gesprächs lief dann wie von selbst und es hat einfach alles gepasst.

Trotzdem hab ich nach sehr vielen Absagen schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass mich ‚alte Schachtel‘ überhaupt noch jemand einstellen will. Umso mehr hab ich mich gefreut, als er nach ein paar Wochen angerufen hat und mich gefragt hat, ob ich die Stelle noch haben möchte.

Nach jeder Absage überlegt man ein bisschen mehr, ob man schon auf dem richtigen Weg ist. Aber ich wollte unbedingt wieder zurück in die Industrie. Das möchte ich allen sagen, die gerade auf der Suche sind: Ihr müsst euch darüber im Klaren sein, was ihr wollt oder zumindest, was ihr nicht wollt. Dann geht euren Weg und lasst euch von niemandem etwas anderes einreden!!!

Alles in Allem denke ich, dass es sicher sehr wichtig ist, dass eine Bewerbung absolut ausgefeilt sein muss. Ein Glück war es auch, dass ich alle diese Absagen bekommen habe, sonst hätte ich vielleicht die entscheidende Bewerbung gar nicht geschrieben und würde jetzt einfach irgendwo arbeiten, oder noch schlimmer, ich hätte eine Stelle in einem Betrieb, in dem es den Mitarbeitern vor dem Computer graut – und davor würde es mir grauen!“

Cathrin Eggers
Seit 2015 hilft Cathrin Eggers als Bewerbungs- und Karriereberaterin Menschen dabei, den Job zu finden und zu bekommen, der zu ihnen passt. Unterstützung von der Stange gibt es bei ihr nicht, denn jede Geschichte ist anders und hat eine eigene Herangehensweise verdient. Sie interessiert sich unter anderem für Psychologie, NLP, New Work, Digitalisierung, Persönlichkeitsentwicklung und Zeitmanagement und sie trinkt ihren Kaffee am liebsten von Hand aufgegossen.

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7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Den Text und die drei Aspekte sind sinnvoll und gut, finde ich. Die Bildauswahl zu diesem Beitrag finde ich missglückt. Unzeitgemäß und einfach blöd.
    Ganz anders als der folgende Text, suggeriert m.E. die Überschrift mit diesem Bild, dass für Frauen gut rasierte Beine und möglichst hohe Absätze in einem kausalen Zusammenhang zum Finden eines Jobs stehen.

    1. Vielen Dank für Ihr positives Feedback zum Inhalt.
      Was das Bild betrifft: Ich finde es schön – und ich mag die Schuhe! Es kann nicht immer allen gefallen, damit muss man leben wenn man einen Blog unterhält.
      Alles Gute für Sie!
      Cathrin Eggers

    1. Hallo Herr Auer,
      mich persönlich irritieren ganz andere Dinge – im Netz, in unserer Gesellschaft, in der Arbeitswelt und auf unserem Planeten. Der Ausschnitt eines Beinpaars im Stil der 50er Jahre gehört definitiv nicht dazu. Werten wir es einfach als Geschmacksache und tolerieren unsere verschiedenen Ansichten, einverstanden?
      Viele Grüße
      Cathrin Eggers

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