Die Pomodoro-Technik: Wie du endlich Zeit für deine Jobsuche findest

Du möchtest einen neuen Job, aber du findest einfach nicht die Zeit, dich darum zu kümmern – und so bleibt alles beim Alten! Frustrierend – aber was sollst du machen? Möglicherweise brauchst du nur ein System!

Eigentlich habe ich heute keine Zeit für diesen Artikel. Ich hatte bis eben einen Kundentermin, muss noch Bewerbungsunterlagen für eine andere Kundin bearbeiten, meinen online-Kurs vorbereiten und heute Nachmittag habe ich noch einen Workshop, für den ich ein paar Sachen machen muss.

Aber ich möchte dir heute auch unbedingt zeigen, dass du die Dinge schaffen kannst, die du schaffen möchtest – auch wenn du auf den ersten Blick keine Zeit dafür hast. Deswegen nehme ich mir jetzt exakt 2 x 25 Minuten Zeit, diesen Artikel zu schreiben. Nicht mehr und nicht weniger. Warum 25 Minuten? Das erkläre ich dir in diesem Artikel:

Die Pomodoro-Technik

Ich wende die Pomodoro-Technik an und bin in einer Stunde mit dem Artikel hier fertig! Warum ich das so genau weiß? Weil es mir trotz meiner anderen Aufgaben heute wichtig ist, dass du auch endlich das schaffst, was du schon so lange vor dir herschiebst und weil die Pomodoro-Technik mir hilft und hoffentlich ab heute auch dir. Aber eins nach dem anderen…

Mit dem Zeitmanagement ist es so eine Sache: Egal wie viel wir managen, mehr als 24 Stunden hat der Tag einfach nicht. Und einen großen Teil dieser Zeit schlafen, essen, arbeiten oder pendeln wir auch noch. Die Zeit rennt uns also buchstäblich durch die Finger und im Raum stehen unzählige Dinge, die wir unbedingt erledigen wollen, aber nicht schaffen. Wie zum Beispiel die Suche nach einem neuen Job.

Wie schaffst du es also, die Dinge trotzdem anzugehen und auch zu Ende zu bringen?

Der Italiener Francesco Cirillo stellte in den 80er Jahren zufällig fest, dass wir Zeit nur dann bewusst wahrnehmen und optimal nutzen wenn wir buchstäblich vor Augen haben wie sie verrinnt.

Er nahm sich also seine Küchenuhr, die die Form einer Tomate hatte (italienisch: Pomodoro) und stellte sie auf 25 Minuten. Nun wandte er sich einer Aufgabe zu, die zu erledigen er vorher entschieden hatte und konzentrierte sich für 25 Minuten nur darauf, eben diese Aufgabe zu Ende zu bringen.

Er hatte damals Glück, denn Smartphone und Facebook gab es noch nicht, um ihn abzulenken. Aber auch Telefonate oder andere Ablenkungen in dieser Zeit nahm er ganz bewusst wahr, notierte sie sich und lernte, sich zukünftig nicht mehr davon ablenken zu lassen. Er wurde produktiver.

Cirillo stellte fest, dass es durchaus möglich war, sich für 25 Minuten konzentriert einer Aufgabe zuzuwenden, vorausgesetzt er gönnte sich zwischen den einzelnen Zeitintervallen, den Pomodori, immer wieder eine Pause von fünf Minuten für die geistige Entspannung und konnte so leistungsfähig bleiben.

Nach jeweils vier Pomodori nahm er sich die Zeit für eine längere Pause von etwa 20 Minuten. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit anderen Dingen als mit seinen Aufgaben.

* * * An dieser Stelle sind die ersten 25 Minuten vorbei und ich mache eine kurze Pause! * * *

Warum die Pomodoro-Technik funktioniert

Diese Technik gefällt mir aus verschiedenen Gründen sehr gut, weswegen ich sie häufig meinen Kundinnen und heute dir ans Herz lege:

1. Sie bringt dich dazu, deine Prioritäten zu sortieren. Häufig haben wir das Gefühl keine Zeit zu haben, weil wir 1.000 verschiedene Aufgaben und Ideen lose im Kopf haben und von vornherein keine Chance sehen, sie in der uns zur Verfügung stehenden Zeit zu erledigen. Dabei würde es helfen, die Dinge schriftlich zu priorisieren, dich zu fragen: Was ist eigentlich wirklich wichtig? und diese Dinge dann in Arbeitsschritte einzuteilen.

2. Ich weiß nicht, wie es dir geht: Aber für mich ist ein bisschen Fantasie im Arbeitsalltag das Salz in der Suppe. Mir gefällt das Bild des Italieners in der Küche mit seiner Tomatenuhr, der Pasta auf dem Herd und dem Basilikum im Fenster. Arbeit und la dolce vita – warum nicht, wenn es funktioniert und Spaß macht?

3. Was im ersten Moment so aussieht als wäre es noch mehr Arbeit als sowieso schon da ist, ist bei näherem Hinschauen eine echte Entlastung. Denn wenn du deine Arbeitspakete geschnürt und erledigt hast, bist du irgendwann fertig und hast wirklich (!) Feierabend. Du kommst außerdem nicht in Versuchung, dich immer nur mit den unwichtigen Dingen aufzuhalten, die dich nicht voranbringen.

4. Du kannst die wichtigen Dinge endlich abhaken, reflektieren, wovon du dich ablenken lässt – und daran arbeiten, es zukünftig besser zu machen. Das ist gleichzeitig eine wunderbare Übung, die du in deinen Arbeitsalltag integrieren kannst. Womöglich läuft es dann auch im jetzigen Job schon besser?

Wie du die Pomodoro-Technik für deine Jobsuche nutzen kannst

Einen neuen Job zu suchen, zu finden und zu bekommen ist mit vielen Teilaufgaben verbunden und somit ein echtes Projekt:

  • Ziel definieren
  • Recherche betreiben
  • Bewerbungsunterlagen aktualisieren
  • Zeugnis beschaffen
  • Bewerbungsfoto machen
  • Weiterbilden
  • Bewerbungsunterlagen anpassen
  • XING und Linkedin auf den neuesten Stand bringen
  • bestehendes Netzwerk pflegen
  • Kontakte aufbauen
  • Veranstaltungen besuchen
  • Vorstellungsgespräche führen
  • und so weiter…

Es ist kein Wunder, dass du dich überfordert fühlst und nicht vorankommst, wenn du die einzelnen Aufgaben nicht in eine Reihenfolge bringst und systematisch angehst. Kein Projekt der Welt in diesem Umfang und mit so vielen verschiedenen Facetten lässt sich „aus dem Bauch heraus“ und „mal eben nebenbei“ erfolgreich zum Abschluss bringen – schon gar nicht im Anschluss an einen Tagesjob! Es erfordert einfach ein System und eine gewisse Planung.

Und doch erlebe ich immer wieder, dass es genau so gemacht wird: aus dem Bauch heraus. Der Frust lässt meistens nicht lange auf sich warten.

Entscheide also zunächst, wie hoch das Thema „Jobsuche“ auf deiner Prioritätenliste steht. Falls du es jetzt wirklich ernsthaft angehen möchtest, unterteile alle Aufgaben, die für dich in diesem Zusammenhang anstehen, in einzelne Aufgabenpakete von 25 Minuten – mache sie also wirklich kleinteilig.

Mit welcher Aufgabe musst du sinnvollerweise anfangen?
Welche Aufgaben kannst du auf einen anderen Tag verschieben?
Wie kannst du diese Aufgabe in 25-minütige Arbeitspakete verpacken?

So schaffst du es, dein Gefühl von „ich habe keine Zeit“ oder „ich schaffe das zeitlich nicht“ in den Griff zu bekommen. Es erfordert etwas Übung, aber ich verspreche dir: Wenn du dranbleibst kannst du bald die Fortschritte verzeichnen, die du dir schon so lange wünschst! Auch, wenn du am Abend nur für ein oder zwei Pomodori Zeit und Kraft übrig hast.

Und jetzt muss ich Schluss machen – die zweiten 25 Minuten sind seit zwei Minuten vorbei ;-)

Wenn du mehr über die Pomodoro-Technik wissen möchtest, findest du hier ein Buch zum Thema in deutscher Sprache*

 

 

 

Es gibt auch eine Küchenuhr in Tomatenform – wenn du es ganz authentisch ausprobieren möchtest*

*Amazon-Partnerlink

Newsletter
Tipps mit Herz für deine Jobsuche


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*