Checkliste: So bereitest du dich auf dein Vorstellungsgespräch vor

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Hast du schweißnasse Hände, weil du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch hast? Gleich wirst du die Gewissheit haben, dass du ein persönliches Gespräch meistern – und dich sogar darauf freuen kannst.

Kennst du den gut gemeinten Ratschlag: „Wenn du krank bist, fang‘ bloß nicht an zu googlen!“? Du machst es dann trotzdem und langsam kommt die Panik hoch. Was, wenn es doch ernster ist als gedacht? Den gleichen Effekt hat das googlen von „Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch“ auf manche Bewerber: blanke Panik!

Während ein wenig „gesunde Aufregung“, sprich Adrenalin, dir dabei hilft, im Gespräch präsent zu sein und dich gut zu konzentrieren, wirkt übermäßige Anspannung oder gar Angst wie ein Fluchtimpuls. Das bedeutet, dein Gehirn signalisiert dir Gefahr und konzentriert sich einzig und allein darauf, schnell wieder aus der Situation herauszukommen. Die Folge ist, dass du dich nicht von deiner besten Seite zeigen kannst.

Dabei wird es jetzt richtig spannend und wenn du Glück hast, bekommst du nicht nur den Job sondern hast auch ein richtig gutes Gespräch geführt, aus dem alle Beteiligten zufrieden herausgehen. Und das sollte dein Ziel sein, denn für alles andere ist deine Zeit und deine Energie zu schade.

Der Grund für deine Aufregung liegt in der fehlenden Routine: Würdest du jeden Tag so ein Gespräch führen, wäre deinen Hirnzellen schnell klar, dass es sich nicht um eine Bedrohung handelt. Gute Vorbereitung ersetzt die fehlende Routine und genau hier liegt deine Chance.

Checkliste für dein Vorstellungsgespräch

1. Plane deine Anfahrt

Es klingt so einfach, aber wenn du bereits im Geschäftsleben unterwegs bist weißt du, wie viele Leute zu spät zu einem Termin erscheinen. „Entschuldigung, ich stand im Stau“ oder „Ich habe den Eingang nicht gefunden“ sind nur zwei der vielen Klassiker. Dabei ist es so einfach, zu diesem einen Termin pünktlich zu sein:

  • Überprüfe vorab die Strecke und die Fahrtzeit, mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Finde heraus, wo du ganz genau unbegrenzt (!) parken kannst
  • Kenne den Eingang
  • Speichere dir die Telefonnummern deiner Ansprechpartner ab für den Notfall
  • Sorge dafür, dass dein Akku vollständig aufgeladen ist.

Auf diese Weise ersparst du dir am Tag selber den Stress, dich mit unvorhergesehenen Begebenheiten beschäftigen zu müssen und kannst ganz entspannt anreisen.

2. Überlege dir vorher, was du anziehst

Nichts ist schlimmer, als morgens vor einem wichtigen Gespräch festzustellen: Die gute Bluse ist noch nicht gebügelt. Oder noch schlimmer: nicht gewaschen! Nicht nur, dass es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt – du wirst dich auch nicht wohl fühlen, wenn du nicht entsprechend angezogen bist.

  • Überlege dir so weit wie möglich im Voraus, was du anziehst. Was wird dein Gegenüber wohl tragen?
  • Dezente Kleidung, dezentes Make up, dezenter Schmuck. Hier geht es nicht darum aufzufallen.
  • Eventuell schaffst du noch einen Friseurbesuch.

Schlecht sitzende Kleidung  kann genauso dazu beitragen, dass du dich nicht wohl fühlst, wie schlecht sitzende Haare. Und dass du dich wohl fühlst in deiner Haut ist die Basis für ein gutes Gespräch.

3. Lerne das Unternehmen und die Branche kennen

Es geht nicht darum, alles über das Unternehmen zu wissen, niemand wird dich abfragen und Noten verteilen. Vielmehr willst du verstehen, was genau hinter dem Unternehmen steckt, in dem du vielleicht bald arbeitest.

  • Studiere die Unternehmenswebseite und finde heraus, was du noch nicht weißt:
    • Wer ist der Geschäftsführer?
    • Wie groß ist das Unternehmen?
    • Gehört es zu einem Konzern?
    • Welche Produkte und Dienstleistungen bietet es genau an?
    • Wo engagiert es sich?
  • Was gibt es über die Branche zu wissen?
    • Welche Entwicklungen finden statt?
    • Wer sind die Wettbewerber?
  • Welche Fragen bleiben offen? Notiere sie dir für das Gespräch!

Je mehr du über das Unternehmen weißt, desto sicherer wirst du im Gespräch Fragen dazu beantworten können. Zum Beispiel, warum dich gerade dieses Unternehmen interessiert, warum du hier arbeiten möchtest und warum du für dieses Unternehmen besonders geeignet bist.

4. Kenne die Anforderungen an die neue Position

Wenn du dich auf eine Stellenanzeige beworben hast, schau‘ dir ganz genau an, welche Anforderungen an die Position gestellt werden und welche Aufgaben es zu erfüllen gilt:

  • Welche der Anforderungen und Aufgaben hast du bereits früher in einem Job oder auch privat erfüllt? Lege dir praktische Beispiele zurecht, um deine Erfahrung bildhaft darzustellen.
  • Wie würdest du deine Kenntnisse in der neuen Position anwenden? Spiele im Kopf durch, wie du das neue Anforderungsprofil bedienen würdest.
  • Kenne jedes einzelne Wort in der Stellenbeschreibung. Auch, wenn du zum Beispiel mit einem bestimmten System noch nicht gearbeitet hast, solltest du wissen, was sich dahinter verbirgt.
  • Ist Englisch gefordert? Dann sei darauf gefasst, auch ein paar Sätze in englischer Sprache zu sprechen.
  • Wenn Kommunikationsstärke gefragt ist, solltest du nicht einfach nur behaupten, kommunikativ zu sein, sondern es auch zeigen können.
  • Wenn du bestimmte Anforderungen nicht erfüllst, lege dir zurecht, wie du damit umgehst. So bist du nicht überrascht, wenn es zur Sprache kommt und kannst gelassen reagieren.
  • Vertiefe dein Wissen eventuell schon jetzt mithilfe eines Online-Kurses.

Welche Fragen bleiben trotz deiner guten Vorbereitung offen? Schreibe sie dir in dein Notizbuch, das du natürlich zum Gespräch mitnimmst. Sicher wirst du die Möglichkeit haben, die Fragen in das Gespräch einfließen zu lassen und so auch gleich dein Interesse und deine Proaktivität unter Beweis stellen können.

5. Sei dir im Klaren über deinen Gehaltswunsch

Viele Bewerber sind verunsichert, was sie bei der Frage nach dem Gehaltswunsch sagen können. Auch hierauf lässt es sich vorbereiten:

  • Finde die Gehaltsstruktur der Position und der Branche heraus
  • Kenne dein Zielgehalt, aber auch deine Schmerzgrenze
  • Notiere dir dein Wunschgehalt aber auch deine Schmerzgrenze in deinem Notizbuch als Jahresbruttogehalt, damit du im Gespräch nichts ins Schleudern kommst oder anfangen musst zu rechnen.
  • Lege dir eine Begründung zurecht, warum du dein Wunschgehalt für angemessen hälst und welchen Mehrwert du dem Unternehmen dafür mitbringst.
  • Notiere dir die Frage nach alternativen Leistungen. Falls dein Wunschgehalt nicht gezahlt werden kann, gibt es womöglich andere Leistungen des Unternehmens, die stattdessen attraktiv sind.

Wenn du die Stellenanzeige ganz genau durcharbeitest, bist du sehr gut vorbereitet auf dein Gespräch. Bei einer Initiativbewerbung hast du zwar keine so genauen Anhaltspunkte, dafür wird das Gespräch hier auch flexibler verlaufen.

Fazit

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete, weil sie dir Ruhe und Gelassenheit gibt und dir Gewissheit schenkt, dein Bestes getan zu haben. Wenn du diese Checkliste konsequent vor deinem Gespräch abarbeitest, wirst du mehr Ruhe haben, dich wirklich auf das Gespräch als solches zu konzentrieren und auf die so wichtige zwischenmenschliche Ebene.

Du wirst mehr Selbstvertrauen haben und dich von der Bewerberkonkurrenz abheben. Nur so kannst du am Ende überzeugen und ja, das Gespräch sogar genießen!

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