5 Knotenlöser für deine berufliche Neuorientierung

Das Wetter wird langsam wieder trüb, es ist frisch draußen und die Energie, die es für größere Umbrüche bräuchte, bleibt einfach aus. Dazu all die anderen Aufgaben, die jeden Tag zu erledigen sind…

Vielleicht wartest du schon länger auf den Impuls, das Zeichen, endlich die große Veränderung angehen zu können. Aber es ist so schwer, besonders, weil dir das Ziel gar nicht ganz klar ist. Da ist nur ein vages Gefühl von “es muss sich etwas ändern” und “so will ich es nicht mehr”.

Lass’ dir zunächst gesagt sein, dass du nicht alleine bist und viele Menschen früher oder später einmal an diesem Punkt sind. Wir verändern uns, unsere Prioritäten verändern sich, unser Umfeld verändert sich, andauernd und nicht nur einmal im Leben. Es ist also vollkommen in Ordnung diesen Wunsch nach Veränderung und Kurskorrektur zu verspüren. Es ist kein Fehler in deinem System!

Manchmal ist es so, dass wir viele Jahre einen Keim in uns tragen, den wir unterdrückt haben und der nun so gewachsen ist, dass er an die Oberfläche stößt. Wir sind bereit, unsere tiefen Wünsche und Neigungen willkommen zu heißen und dem nachzugehen, was uns auf sinnhafte und friedvolle Weise erfüllt.

Leider ist es nicht immer einfach herauszufinden, was das eigentlich ist. Wir haben irgendwann gelernt, dass wir diesen Keim besser versteckt halten. Sei es, dass die Eltern andere Ideen für unsere berufliche Zukunft hatten, dass Freunde sich lustig gemacht haben oder dass eine bestimmte Einkommenshöhe in unserem Umfeld als anerkannt galt und alles, was darunter lag, keine Daseinsberechtigung hatte.

So etwas prägt unbewusst und so opfert man die eigenen Wünsche manchmal der “sozialen Anerkennung”. Durchaus menschlich, oder? Wenn du Glück hast, kommst du irgendwann an den Punkt, an dem du merkst: “Da ist noch etwas anderes in mir und es sucht sich jetzt seinen Raum”. Dann hast du die Chance, zu dir selber und deinen eigenen Wünschen zurückzukehren und beruflich mit dir ins Reine zu kommen.

Leider ist es dann nicht immer so einfach herauszufinden, was da jetzt genau aus uns heraus will. Häufig ist es nach all den Jahren in tiefe Verborgenheit geraten und muss nun Stück für Stück freigelegt werden. An diesem Punkt macht sich oft ein Gefühl von Ohnmacht und eigener Wirkungslosigkeit breit. Es ist dann oft leichter, es einfach beim Ist-Zustand zu belassen und weiterzumachen wie bisher. An dieser Stelle hört nämlich die berühmt berüchtigte “Komfortzone” auf, weil es etwas anstrengend werden kann weiter nachzuforschen.

Wenn du schon einen Schritt weiter bist, dann beginnst du womöglich, “draußen” nach Antworten zu suchen und über deine Suche zu reden. Zunächst mit Freunden, Verwandten, vielleicht auch mit Fremden. Ein sicheres Indiz dafür, dass du an diesem Punkt angekommen bist, ist deine Antwort auf die Frage nach deinem Job. Sagst du etwas wie “Ich bin Buchhalterin, aber ich möchte eigentlich etwas ganz anderes machen”, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass du das nächste Level erreicht hast.

Aber lass’ mich raten! Deine Antwort auf die Frage: “Ach, interessant! Was möchtest du denn stattdessen machen?” kannst du nicht beantworten. “Ich weiß es nicht genau, vielleicht etwas mit mehr Kontakt zu anderen Menschen” sagst du und du fühlst dich irgendwie mies, weil du selber nicht weißt was du eigentlich willst.

Genau an dieser Stelle möchte ich dir Mut machen, weiter auf die Suche danach zu gehen, was dieses “Irgendwas” sein könnte und nicht aufzugeben. Sollen wir den Knoten zum Platzen bringen? Dann los!

 1. Sieh’ es positiv

Ich weiß, es klingt paradox! Was soll daran positiv sein, nicht zu wissen was man will, richtig? Lass’ mich das kurz erklären. Negative Gefühle blockieren uns und führen häufig dazu, dass wir handlungsunfähig werden. Obwohl wir uns so dringend eine Veränderung wünschen können wir dann einfach nichts tun, sind wie gelähmt und werden immer unzufriedener. Ein Kreislauf entsteht.

Was aber, wenn du deine Unklarheit einmal aus einer anderen Perspektive betrachtest? Wenn du dies hier liest bedeutet das doch schon, dass du in die Zukunft blickst und die Hoffnung hast, noch mehr von dem zu tun, was du wirklich tun möchtest. Auch wenn du die Antwort auf die Frage nach dem “Was” noch nicht kennst: Das ist erst einmal etwas Gutes! Die Chance auf einen lohnenswerten Kurswechsel.

Nimm’ die Herausforderung einfach erstmal an!

2. Action!

Negative Emotionen blockieren besonders bei absolutem Stillstand. Ein Segelboot kann nicht gesteuert werden, wenn es auf der Stelle steht, weil kein Wind weht. Kurswechsel unmöglich! Was ist aber die Alternative, wenn du keine Ahnung hast, in welche Richtung du laufen sollst? Was, wenn du gar nicht weißt, wo du ansetzen solltest?

In der Regel gibt es ein paar Dinge, die dir wirklich Spaß und Freude machen. Mach’ mehr davon! Körperliche Bewegung hilft besonders gut. Deine Grundeinstellung wird sich automatisch zum Positiven verändern. Aber du kannst auch Bücher lesen zu Themen, die dich interessieren. Wann hast du das letzte Mal ein Fachbuch gelesen? Gibt es etwas, worüber du immer schon einmal mehr wissen wolltest?

Was auch immer da in dir schlummert und herauswill: Es ist ja schon da! Du musst es nicht draußen suchen und finden, es ist schon längst in dir und es braucht nur den Raum, sich auch zeigen zu können. Deswegen schau’ genau hin, bei welchen Themen und Aktivitäten dir das Herz aufgeht – und dann mach’ mehr davon!

Den Kurs anpassen kannst du später immer noch!

 3. Geh’ raus

Alleine im stillen Kämmerlein ist es manchmal schwer, dranzubleiben. Immer wieder höre ich von meinen Kundinnen, dass sie “das falsche Netzwerk” haben und sich nicht so recht darüber austauschen können, was sie beruflich bewegt. Das Netzwerk ist sicher nicht falsch, aber es umfasst in erster Linie Menschen, die uns emotional verbunden sind. Aber diese Menschen teilen nicht zwangsweise unsere Leidenschaften oder sie sind gerade nicht offen für unsere Suche nach unserem Keim. Vielleicht auch deswegen, weil sie gerade nicht an dem selben Punkt stehen oder es noch nie waren.

Deswegen ist es wichtig, sich darüber hinaus mit Menschen zu umgeben, die deine Leidenschaften teilen. Lerne sie kennen, tausche dich aus, stelle Fragen, finde heraus, ob hinter deinem Interesse für bestimmte Dinge noch mehr steckt. Besonders dafür geeignet sind Netzwerk-Events in deiner Stadt. Du findest eine Auswahl bei Meetup, Eventbrite oder auch bei XING unter Veranstaltungen.

Aber auch Blogs sind großartige Plattformen, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, die dich weiterbringen können. Lies in den Kommentaren, kommentiere selber und halte deine Augen offen nach Dingen, die dir deine berufliche Richtung zeigen können. Wenn du selber Lust hast zu schreiben, ist ein eigener Blog vielleicht etwas für dich? Während du schreibst, wirst du viel über dich und deine wahren Themen lernen, das kann’ ich dir versprechen :-)

4. Schau nach vorne

Wenn du einen Grund dafür suchst warum du heute nicht schon da bist, wo du gerne wärst (obwohl du gar nicht so genau weißt, wo das ist), dann wirst du auch einen Grund dafür finden. Vermutlich in deiner Familiengeschichte oder in Erlebnissen deiner Vergangenheit. Wir alle haben unsere Geschichten und Narben, es ist sinnlos dir selber einzureden, dass dein Schicksal blockierender, ungerechter oder schlimmer ist als das Schicksal anderer!

Wenn du trotzdem sehr darunter leidest ist es dringend notwendig, dass du dir professionelle Hilfe suchst! Wenn dich deine Vergangenheit daran hindert, deine Zukunft zu gestalten, dann fange an, nach vorne zu denken und nicht rückwärts.

Hast du schon einmal etwas von Vision Boards gehört? Das ist eine sehr kraftvolle Methode! Früher hat man dafür Bilder aus Zeitschriften ausgeschnitten und sie zu Kollagen der eigenen Zukunftsvision zusammengestellt. Heute gibt es dafür Tools wie DreamItAlive, die dir die Möglichkeit geben dich spielerisch nach vorne zu orientieren und Bilder deiner Zukunft in deinem Kopf entstehen zu lassen.

Probier’ es mal aus! Es macht wirklich Spaß und du wirst dich wundern, wie konkret das ist, was herauskommt!

 5. Stehe zu deinen Prioritäten

Obwohl dir bei der Visionsarbeit keine Grenzen gesetzt sind (das ist ja auch gut so!): Vermutlich gibt es ein paar Dinge, die dich JETZT davon abhalten, gewisse Dinge zu verändern. Beispiel: Wenn du zwei kleine Kinder hast und dein Familienleben so wie es jetzt ist auf der Rangliste gerade ganz oben steht, ist es vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, alles hinzuschmeißen und die Surfschule in Australien zu eröffnen.

Aber: Du kannst Surfen lernen oder besser werden, es deinen Kindern beibringen, Theorie üben, Kontakte knüpfen, alles über den Surfer-Markt vor Ort in Erfahrung bringen und dich so deinem Traum nähern anstatt deine wichtigsten Priorität, deine Familie, immer wieder in Frage zu stellen und unglücklich zu sein. Alles zu seiner Zeit!

Manche Dinge sind für dich vielleicht nicht verhandelbar, aus welchen Gründen auch immer: Der Umzug in eine andere Stadt, der Anfahrtsweg, das Gehalt oder irgendetwas anderes. Aber es wird dich zermürben immer wieder das Gefühl zu haben, dass deine Prioritäten deinen Zielen im Weg stehen, obwohl es doch deine eigenen Prioritäten sind.

Deswegen ist es wichtig, dass du dir bewusst machst: Was sind in diesem Moment für mich die wichtigsten, unverhandelbaren Aspekte in meinem Leben und wie binde ich sie so in meine Zukunft ein, dass sie nicht zu kurz kommen?

Fazit

Ganz ohne dein Zutun wird es dein Keim nicht schaffen, sich zu zeigen. Eine genaue Standortbestimmung kann notwendig sein und ein paar Strategien wie die, die ich oben beschrieben habe, können dir dabei helfen voranzukommen.

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