Bewerbung nach Din5008

Die nackte Wahrheit: Warum du mit einer Bewerbung nach DIN 5008 bessere Chancen hast

Eines gleich vorweg: Wenn du auf der Suche bist nach einem richtig kreativen Job, zum Beispiel in der Werbung oder in bestimmten Bereichen des Marketing, dann gilt diese Überschrift für dich unter Umständen nicht.

Dann solltest du dich anderweitig inspirieren lassen, zum Beispiel von Adams Geschichte.

Adam lebt in London und war einige Zeit arbeitslos gewesen. Er suchte dringend einen Job als Media Producer, hatte mit seinen bisherigen Bewerbungen aber keinen Erfolg.

Als letzte Amtshandlung entschied er sich, alles auf eine Karte zu setzen. Er gestaltete eine eigene Bewerber Webseite, auf der er sich in einem Video präsentierte.

Aber das war nicht alles!

Damit Arbeitgeber auf ihn und seine Seite aufmerksam wurden, kaufte sich Adam ein Plakat und tapezierte damit eine Plakatwand in der Londoner Innenstadt.

Das war darauf zu sehen:

employ-adam
(Screenshot: adampacitti.com)

Es folgten 60 Stellenangebote. Er ist jetzt “Viral Producer” in einem angesagten Unternehmen, einfach weil er bewiesen hat, dass er weiß, wie es geht.

Für Adam hat das funktioniert!

Wenn du dich im kaufmännischen Bereich bewirbst oder in einem eher konservativen Unternehmen, dann kommst du um ansprechende Bewerbungsunterlagen aber nicht herum.

Es gibt umfangreiche Bewerbungsratgeber mit hunderten von Seiten zum Thema Bewerbungsschreiben und unzählige Webseiten, die dir sagen, wie du es machen sollst.

Wenn du daran noch nicht verzweifelst bist, gibt dir wahrscheinlich dieser Satz den Rest:

“Schreiben Sie Ihre Bewerbung nach DIN 5008.”

Ich höre dich stöhnen!
“Was soll das denn bitte heißen? Ich will doch nur einen neuen Job!”

Das artet aus in richtige Arbeit und wahrscheinlich schreibst du einfach drauflos in der Hoffnung, dass du damit durchkommst.

Es gibt jetzt drei Möglichkeiten:

1. Du ignorierst die Empfehlung und schreibst deine Bewerbung auf gut Glück freestyle
2. Du googelst panisch nach Din 5008 und verbringst die nächsten Stunden mit der Umsetzung
3. Du liest weiter und stellst fest: Alles halb so wild!

Wenn du dich für 1. oder 2. entscheidest, dann verabschiede ich mich an dieser Stelle von dir und bedanke mich, dass du bis hierher gelesen hast.

Wenn du neugierig auf 3. geworden bist, dann lies einfach weiter :-)

Es gibt Fachleute wie Karriereberaterin Svenja Hofert, die auf Spiegel online schreibt: “Die einzige wirklich sinnvolle Regel: Erreichen Sie die Personen, die Sie erreichen wollen, auf die Weise, auf die Sie sie erreichen können.”

Auch Recruiting Coach Henrik Zaborowski würde die “gesamte klassische Bewerbung am liebsten abschaffen”, Zitat aus dem Text von Svenja Hofert.

Im Fall von Adam hat das geklappt!

Aber obwohl ich glühender Fan sowohl von Svenja Hofert als auch von Henrik Zaborowski bin bezweifle ich, dass die Form in Zukunft gar keine Rolle mehr spielt.

Schreibst du “Ich spare mir jetzt mal die Mühe und schicke kommentarlos die Facts”, wieder ein Beispiel von Svenja Hofert auf Spiegel online, dann kann das auf jeden Fall klappen, keine Frage.

Rate ich dir, es zu versuchen?

Nein!

Es sei denn, du bewirbst dich frontal in den Fachkräftemangel hinein und weißt, dass alle nur auf deine Bewerbung warten!

Aber dann wärst du wahrscheinlich nicht hier ;-)

Was kann ich heute dazu beitragen, dass du klarer siehst, was du zu tun hast?
Worauf solltest du achten und was kannst du getrost weglassen?

Was hat es bitteschön mit dieser DIN 5008 Norm auf sich?

Die Wahrheit liegt, meiner Meinung nach und wie so oft, in der Mitte. Die Regeln, die ich dir einzuhalten empfehle, dienen nicht deiner Schikane.

Sie sollen nicht dazu beitragen, dich im Vorfeld zu quälen und es dir schwer zu machen.

Vielmehr zeigt die Einhaltung gewisser Regeln…
…dass du weißt, wie man einen ordentlichen Geschäftsbrief schreibt
…verstehst, dass sie der besseren Lesbarkeit dienen
…dir Mühe gegeben hast
…einem potenziellen Arbeitgeber Respekt entgegen bringst
…gewisse Umgangsformen hast

Alles Eigenschaften, auf die Unternehmen ungern verzichten, besonders wenn es andere Bewerber gibt, die das können!

Personaler und Entscheider haben auch nicht nur deine Bewerbung auf dem Tisch. Sie müssen Unmengen von Unterlagen sichten. Du hilfst ihnen dabei, das überhaupt zu schaffen!

Es zeigt auch: Du weißt vielleicht nicht alles, aber du weißt, wo du es nachlesen kannst!

Stell’ dir vor, du möchtest gut essen gehen. Vielleicht jemanden einladen und mit der Wahl des Restaurants beeindrucken.

Du recherchierst lange nach einem guten Restaurant, du willst, dass es deinem Anspruch für diesen wichtigen Abend gerecht wird.

Viele Restaurants kommen gar nicht erst in die engere Auswahl, weil der Internet-Auftritt grottenschlecht ist, die Bilder furchtbar aussehen oder weil du sie gar nicht erst findest.

Dabei ist unter diesen aussortierten Restaurants vielleicht eines dabei, dass absolut perfekt wäre! Genau, was du gesucht hast mit wunderbarem Essen!

Du wirst es nicht herausfinden, weil du denkst: Wer sich noch nicht einmal gut präsentieren kann, dem vertraue ich nicht! Ich kann das nicht riskieren! Nicht an diesem Abend!

Natürlich kannst du vorher herumfahren und dir alle Restaurants ansehen. Aber du hast keine Zeit dafür und nimmst stattdessen das Restaurant mit dem besten Internetauftritt!

Es ist vielleicht nicht das allerbeste, aber du hast getan, was du konntest in der dir zur Verfügung stehenden Zeit. Und du bist das minimalste Risiko eingegangen.

Du wählst das Restaurant also nach der Form aus, weil du gar keine andere Wahl hast, als nach dem Ausschlussverfahren vorzugehen!

Deswegen ist die Form auch für deine Bewerbung wichtig!

DIN 5008 ist ein Standard für die Gestaltung von Geschäftsbriefen.
Es gibt keine Vorschrift, die dich zwingt, deine Bewerbung nach Din 5008 zu schreiben. Aber du kannst leicht die wichtigsten Sachen berücksichtigen und dich damit positiv von anderen Bewerbern abheben.

Mal ehrlich: Warum solltest du diese Chance verschenken?

Schauen wir uns die wichtigsten Regeln einmal an:

1. Seitenränder

“Der Betreff beginnt in der 24. Zeile, vom oberen Blattrand 97,4 mm entfernt” oder
“Der linke Rand darf nicht geringer ausfallen als 2,41 cm”.

Ich bin Perfektionistin, aber ich verspreche dir: Niemand wird die Seitenränder einer Bewerbung nachmessen.

Lasse einfach ausreichend Abstand zwischen Text und Rändern. Fertig!
Etwa 2,5 cm links und und 2 cm oben, unten und rechts.

2. Schriftgröße

“Schriftgröße 10 pt bis 12 pt”. Auch das ist ein Selbstgänger! Größe 9 kann schließlich niemand lesen, Größe 13 dafür auch jemand mit eingeschränkter Sehfähigkeit.

Mit Schriftgröße 11 pt bist du auf der richtigen Seite – wenn du viel zu sagen hast, darf es auch mal 10 pt sein. Hauptsache, dein Anschreiben ist nicht länger als eine Seite!

3. Die Schriftart

Natürlich wirst du automatisch keine Schreibschrift wählen, weil die schlecht zu lesen ist. Mein Tipp: Times New Roman wählst du bei eher konservativen Bewerbungen, zum Beispiel für eine Bank.

Bei moderneren Bewerbungen empfehle ich dir Verdana oder eine ähnliche Schriftart ohne Serifen.

4. Anschrift

Du schickst deine Bewerbung an “Herrn Mustermann” und nicht “zu Händen Herrn Mustermann” oder gar
“z. Hd. Herrn Mustermann”. Ein Detail, das eigentlich nicht wichtig scheint.

Aber was ist schlimm daran zu zeigen, dass du es weißt? Gar nichts! Es wird dir nicht schaden, es richtig zu machen!

5. Das Datum

Gehört auf die rechte Seite in diesem Format: Düsseldorf, 4. Mai 2015. Düsseldorf erscheint nur, wenn Herr Mustermann mit seinem Unternehmen in einer anderen Stadt ansässig ist.

Du schreibst nicht: Düsseldorf, den… denn das ist veraltet.

6. Die Betreff-Zeile

Das Wort “Betreff” gehört nicht mehr in die Betreff-Zeile und wird ersatzlos gestrichen! Schreibe stattdessen “Bewerbung als…” und beziehe dich in der zweiten Zeile auf das Stellenangebot, euer Telefonat oder Empfehlungen.

Das Wort “Betreff” streichst du aus deinem Anschreiben!

7. Die Unterschrift

Niemand reißt dir den Kopf ab oder schickt dir eine Absage, nur weil du deine Unterschrift nicht eingescannt und unter den Brief gesetzt hast.

Ich persönlich finde, in Zeiten, in denen der Trend zum Zweit-Handy geht und jeder elektronisch voll ausgestattet ist, darf man sich die Mühe ruhig machen.

Wenn es schnell gehen muss, weil zum Beispiel die Bewerbungsfrist abläuft, dann kann die Unterschrift auch weggelassen werden.

Das gilt aber nur für eine Online-Bewerbung! Ein ausgedruckter und mit der Post verschickter Brief sollte immer persönlich unterschrieben sein.

Wenn du diese Regeln für dein Anschreiben beachtest, dann bist du im Vergleich zu anderen Bewerbern schon ganz weit vorne!

Es ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit, die einfachsten Vorgaben einzuhalten.
Das ist deine Chance, positiv aufzufallen!

Fazit

Wenn die Form stimmt, kannst du deine ganze Kreativität und Persönlichkeit in den Inhalt fließen lassen. Es geht bei der Einhaltung gewisser Vorgaben nicht um eine Vereinheitlichung von Bewerbungen. Viel mehr um bessere Lesbarkeit, damit dein Inhalt in den Vordergrund rücken und erstrahlen kann und zusammen mit dem Lebenslauf ein komplettes Paket abgibt.

 

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