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10 Gründe für eine Bewerbungsabsage auf die du keinen Einfluss hast

Du hast eine Bewerbungsabsage bekommen und du fühlst dich furchtbar? Wenn ich jetzt sage: “Kopf hoch! Wird schon wieder!” wirst du diesen Artikel nicht zu Ende lesen, denn du willst keine Aufmunterung sondern Gründe.

Das kann ich gut verstehen. Schauen wir uns die Sache also einmal genauer an. Kennst du den Begriff “Candidate Experience”? Er bedeutet im Wesentlichen, dass deine gesamte Erfahrung im Bewerbungsprozess mit einem Unternehmen so positiv sein sollte, dass du selbst bei einer Absage das Unternehmen weiterempfehlen würdest.

Wenn du ein Rennpferd bist, das sich nach der Bewerbungsabsage wie ein Ackergaul fühlt, dann hat das mit der “Candidate Experience” nicht so gut geklappt.

Das ist schade für dich und schade für das Unternehmen, denn womöglich entgeht euch beiden etwas. Aber muss das zwingend dein Fehler sein? Nein! Ja, es kann sein, dass du einen Fehler gemacht hast oder einfach nicht optimal passt. Das muss aber nicht so sein.

Warum nennt man dir nicht den wahren Grund für die Bewerbungsabsage?

Das liegt unter anderem am Anti-Diskriminierungsgesetz, welches verhindern soll, dass Bewerber nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihres Geschlechts abgelehnt werden. Die Angst geht um, sich mit einer aufrichtigen Absage angreifbar zu machen und womöglich eine Klage zu riskieren. Das ist nur EIN Grund und der ist schon ziemlich mächtig, oder?

Es gibt aber noch andere Gründe, die zu einer Bewerbungsabsage geführt haben können. Was ist zum Beispiel passiert, wenn die Absage direkt auf deine schriftliche Bewerbung folgt? Hier ein paar mögliche Gründe:

1. Es gab sehr viele Bewerbungen auf die Stelle

Da haben wir auch schon einen der häufigsten Absagegründe! Landen extrem viele Bewerbungen auf dem Tisch des Verantwortlichen, ist es sehr schwer, dich gegen die Konkurrenz abzuheben oder überhaupt erst gesehen zu werden. Manchmal muss es sehr schnell gehen im Personalbüro. Das ist keine Entschuldigung, aber es ist Alltag. Es bringt dir nichts, darauf zu schimpfen oder dich schlecht zu fühlen! Du brauchst jetzt einen Plan B!

Tipp: Es ist an der Zeit, dich positiv abzuheben oder über Initiativbewerbungen (nicht Blindbewerbungen) nachzudenken.

2. Es gab von vornherein einen Wunschkandidaten

Möglicherweise wurde die Stelle nur pro forma ausgeschrieben, es stand aber von vornherein fest, dass sie von einem bestimmten (internen) Mitarbeiter besetzt wird. Hast du deine Bewerbung umsonst geschrieben? Nein, denn es war eine gute Übung für die nächste Bewerbung.

Tipp: Move on! Einfach noch ein Argument für Initiativbewerbungen.

3. Die Stelle wurde bereits besetzt, die Anzeige noch nicht abgeschaltet

Je länger die Anzeige online ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Bewerbungsprozess mit anderen Bewerbern schon begonnen oder sogar weit fortgeschritten ist. Wenn du eine 08/15 Absage erhälst, kann das einer der Gründe sein.

Tipp: Wenn du von vornherein weißt oder vermutest, dass die Stelle schon länger ausgeschrieben ist, rufe an und frage freundlich nach, ob du deine Bewerbung noch einreichen kannst. Bei einer Absage kannst du anrufen und dein Bedauern erklären. Wenn du wirklich in diesem Unternehmen arbeiten möchtest, dann sage das auch und frage nach, ob es noch andere Vakanzen gibt, auf die du dich initiativ bewerben kannst. Manchmal zahlt sich Hartnäckigkeit aus und du hast nichts zu verlieren.

4. Du wirst für überqualifiziert gehalten

Unternehmen erlauben sich einzuschätzen, ob du dich eventuell nach einiger Zeit auf dieser Position langweilen könntest und wieder kündigst oder deinem Vorgesetzten den Job streitig machen wirst. Das ist recht bedauerlich, falls du den Job wirklich willst, aber irgendwie auch legitim.

Tipp: Frag’ dich selber kritisch: Bin ich vielleicht überqualifiziert für den Job? Dann erkläre deine Motivation im Anschreiben besonders genau! Warum willst du ausgerechnet diesen Job haben – und  behalten? Wenn du dich nicht für überqualifiziert hälst verkaufst du dich vielleicht nur “zu gut”.

5. Das Budget ist knapp – oder noch nicht freigegeben

Du sollst deine Gehaltsvorstellung angeben? Du kannst davon ausgehen, dass es ein begrenztes Budget für die Stelle gibt und danach die Bewerbungen auswählt werden, um Zeit zu sparen. Vielleicht gibt es auch noch gar kein freigegebenes Budget für die Stelle, auch das kommt vor. In dem Fall wird manchmal erst einmal niemand eingestellt.

Tipp: Wenn du deinen Gehaltswunsch realistisch angeben möchtest, dann frage dich was du zum Leben brauchst, was du dir wünschst und vor allem, was für den Job am Markt ungefähr bezahlt wird. Zu hoch zu pokern ist genauso ungünstig wie zu niedrig. Wenn du diesen Job unbedingt willst, koste es was es wolle, dann mache deutlich, dass Geld für dich eine untergeordnete Rolle spielt und begründe das entsprechend. Aber Vorsicht: Nicht alle Menschen können sich vorstellen, dass jemand andere Prioritäten hat als das Gehalt Deine Begründung sollte also wirklich überzeugend sein.

6. Sie wünschen sich einen flexibleren/unflexibleren Mitarbeiter

Was dem einen Freud ist des anderen Leid: Hast du in den letzten Jahren mehrere verschiedene Arbeitgeber gehabt, ist das für Unternehmen A vielleicht wünschenswert, für Unternehmen B womöglich zu unbeständig. Das gleiche gilt für eine lange Betriebszugehörigkeit. Du kannst es eben nicht allen recht machen!

Tipp: Aufstehen, Krone richten, weiter bewerben – die Vorteile deiner Vita ganz klar vor Augen und im Anschreiben ausformuliert.

8. Du bist eine Frau

Autsch! Das wird dir niemand jemals schriftlich geben, weil es gegen das Anti-Diskriminierungsgesetz verstößt. Fakt ist, dass man in so mancher Personalabteilung noch immer darüber spekuliert, ob du Kinder hast, haben wirst oder darüber nachdenkst, eventuell einmal welche haben zu wollen oder warum du keine wollen könntest. Oder so ähnlich. Es kann dir also passieren, dass ein Mann bei gleichwertiger Ausbildung/Erfahrung vorgezogen wird.

Tipp: Diesen Job willst du gar nicht, denn diese Vorbehalte ziehen sich wahrscheinlich durch die gesamte Eins-Punkt-Null-Unternehmenskultur. Ich kann dich beruhigen: die Guten ticken anders (und spätestens wenn sie das hier lesen, fangen die anderen auch an zu überlegen :-)

Und was ist, wenn die Absage nach dem Vorstellungsgespräch kommt? Das tut besonders dann weh, wenn das persönliche Gespräch gut gelaufen ist:

9. Es kann nur Einen geben

Vielleicht hast du nach dem Gespräch den zweiten Platz bekommen! Wenn du eingeladen warst und womöglich auch ein gutes Gespräch geführt hast, dann heißt das ja generell, dass du nicht vollkommen ungeeignet bist für die Position. Dass du für den zweiten Platz keine Medaille bekommst ist zwar schade, aber:

Tipp: Du kannst dich telefonisch oder schriftlich für das Gespräch bedanken und höflich nachfragen, woran es gelegen hat – und daraus lernen. Vorausgesetzt du hast das Glück, dass man dir die Wahrheit sagt. Manchmal ergibt sich aus so einem Gespräch auch eine neue Chance.

Mir hat mal eine freundliche Personalerin durch die Blume gesagt, dass ich als Mutter wahrscheinlich schwerlich 30 Stunden die Woche zuverlässig arbeiten kann. Und dass man das auch eigentlich nicht sucht, sondern eher jemanden, der für 30 Stunden bezahlt wird und 50 Stunden arbeitet. Ich habe mich sehr herzlich bedankt für die Offenheit und akzeptiert, dass dieses Unternehmen nicht mein Weg ist. Nicht, weil ich nicht viel arbeiten kann oder will, sondern weil ich nicht in einem Unternehmen beschäftigt sein möchte, das Produktivität in Stunden misst und dafür nicht mal bezahlen will. Andere Geschichte :-)

10. Der Nasenfaktor

Gegen den Nasenfaktor kannst du rein gar nichts ausrichten. Manchmal ist es einfach die Chemie, die nicht stimmt oder die Überzeugung, dass du vom Wesen her nicht in das bestehende Team passt.

Tipp: Leider wird dir das kaum jemand sagen, aber wenn du ehrlich zu dir selber bist, wirst du es selber merken. Hake diese Erfahrung ab und überlege deinerseits, welche Art von Vorgesetzten und Team du dir eigentlich wünschst und in welches Umfeld du am besten hineinpasst.

Fazit

Ja! Es kann sein, dass du einen Bewerbungsfehler gemacht hast! Aber der größte Fehler wäre, jetzt in Selbstzweifel zu verfallen. Um dich nicht zu abhängig zu machen von einer Rückmeldung hast du am besten sowieso immer mehrere Bewerbungen parallel im Umlauf. Mit Sicherheit ist dann früher oder später das Richtige für dich dabei.

 

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14 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cathrin,

    ich teile auch Ihre Ansichten zu allen Punkten, wahrscheinlich würden wir auch noch Punkt 11-20 finden.

    Wie bei so vielen Auwahlentscheidungen, die man im Leben trifft, nicht nur in der Personalführung, sind es ja dnn doch nicht unbedingt immer die rational nachvollziehbaren Grüne die Ausschlag gebend sind…

    Ich finde immer noch den Faktor wichtig, den man gemeinhin mit “die Chemie muss auch stimmen” umschreiben kann. Den Charme, die Höflichkeit, das Auftreten, die Wortgewandtheit, was auch immer die Menschen am Tisch gegenseitig beeindruckt… die Entscheidung wird immer davon mitbeeinflusst.

    Mein Job ist es junge Leute im Punkt Bewerbungen fit zu machen und ich erlebe es oft, dass sie mit Enttäuschungen bei Absagen nicht umzugehen wissen… Das mag natürlich an mangelnder Erfahrung oder mässiger Bewerbungsqualität liegen. Aber viele sind immer wieder überrascht, wenn man ihnen auch die Punkte nennt die Sie hier aufisten.
    Einige junge Bewerber/innen sind dann aber auch durchaus wieder beruhigt, da sie schon an sich selber zweifelten…

    Natürlich kann man das immer kontrover diskutieren. In jeder Peronalabteilung und in jedem Bewerbungsgremium sitzen aber dann doch Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, Vorgaben, Ideologien, Vorlieben, etc… und das beeinflusst die Entscheidungen genauso…
    Man kann die Bewerbung also nicht 100% Erfolgsversprechend planen…

    Danke für Ihren Beitrag
    Viele Grüße

    1. Hallo Stefan,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Ja, es spielen unheimlich viele Faktoren eine Rolle. Es ist für viele Bewerber schwer, sich Absagen nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen – und sich trotzdem zu fragen, was man vielleicht besser machen kann. Umso wertvoller ist ehrliches aber konstruktives Feedback – und die Fähigkeit, etwas daraus zu machen.

      Viele Grüße
      Cathrin

  2. Liebe Cathrin,
    Sie haben alles verwurstet weshalb ein Bewerber absagen bekommen könnte. Als Personalerin möchte ich doch etwas die schwarz/ weiß Malerei auflockern. Oft spielen mehrere Faktoren eine Rolle weshalb einige Bewerber erfolgreich sind und einige trotz guter Qualifikationen nicht zum Zuge kommen. Maria hat sicherlich recht, Alter kann eine Rolle spielen, kommt auf den Job an, das Unternehmen, die Führungskraft (spielt bei der Auswahl der Kandidaten immer die erste Geige) und auf das Team.
    Viele Menschen die Arbeit suchen und nach X- Bewerbungen frustiert sind senden oft schon Signale in Ihrer Bewerbung.
    1. Der Einheitsbrei
    In der Bewerbung lässt sich das Unternehmen beliebig austauschen. Der Bewerber hat sich bevor er die Bewerbung schreibt nicht mit dem Unternehmen auseinander gesetzt. Natürlich kann ich in der Stellenausschreibung genau den Job finden der mich anspricht aber bitte sachlich bleiben und sich selber kritisch fragen:
    Passe ich in das Unternehmen? Reichen meine Qualifikationen tatsächlich aus? Wieviele meiner Qualifikationen sind für das Unternehmen von echtem Wert und was ist nice to have?
    2. Der Lebenslauf
    Der Lebenslauf ist die Hauptschlagader der Bewerbung und wird oft einmal verfasst und so 100 mal versendet.
    So wie ich jede Bewerbung individuell verfasse sollte ich den Lebenslauf mit sorgfalt betrachten. Welche meiner Stationen und Tätigkeiten sind für die ausgewählte Stelle besonders von interesse und habe ich diese Tätigkeiten ausführlich erwähnt? Erkennt ein Leser aus dem Lebenslauf die wesentlichen Aufgaben die ich übernommen habe?
    3. Die Vorbereitung
    Ruhig telefonischen Kontakt aufnehmen, so bekomme ich aus erster Hand informationen was das Unternehmen erwartet.
    4. Wenn eine Absage kommt
    Natürlich ist das demotivierend, oder? Viele Menschen fühlen sich in so einem Moment als Mensch abgelehnt. Blödsinn, die Menschen kennen Sie gar nicht, sonder bekommen von Ihnen Informationen die im Vergleich zu anderen Mitbewerbern stehen. Versuchen Sie sachlich zu bleiben und gehen Sie Ihre Bewerbung und Ihren Lebenslauf nocheinmal durch, nehmen Sie die Stellenausschreibung zur Hand und versuchen Ihre Bewerbung mit den Augen eines Entscheiders zu lesen, wo kann ich mich noch besser verkaufen.
    5. Nasenprinzip
    Ja vielleich bei Germanys next Floppmodel aber eher selten wenn es darum geht qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, oder kommen Sie als unangenehmer, besserwissericher Bewerber rüber mit Mundgeruch und ungewaschenen Haaren? Wohl kaum und wenn ja dann kein Wunder. Seien Sie sich selber etwas wert und lassen Sie sich nicht einschüchtern. Natürlich muss die Sympathie auf Gegenseitigkeit beruhen, viele Stunden verbringt man gemeinsam! Mehr als manchmal mit seinem Partner und da sollten sich alle Beteiligten schon einander etwas sympathisch sein.
    6. Nach dem Vorstellungsgespräch…
    ….und die Wartezeit nimmt kein Ende? Setzen Sie sich eine Deadline, fragen Sie nach und zeigen Sie ggf. die kalte Schulter! Da spreche ich aus eigener Erfahrung, ich wurde zu einem Gespräch eingeladen, Gespräch war gut und ich war der Ansicht klappt! Dann wurde ein zweites Gespräch verabredet, warum nicht. Also, ich wieder Zeit in die Hand genommen und hin. Gespräch war wieder gut, ich dachte jetzt aber! Pustekuchen! Jaaaaaa, man wolle sich noch einige Kandidaten anschauen, jaaaa in der Vergangenheit eine bisschen Pech gehabt mit Bewerbern, jaaaa aber vielleicht könne ich ja erstmal über Zeitarbeit anfangen, oder? Nee, bevor ich mir eine Backpfeife einfange gebe ich lieber eine, ich habe abgesagt, schweren Herzens. Alles war so perfekt, die Personaler nett (wäre mein Team gewesen) aber so nicht! Was hätte nich denn da wohl erwartet ein Job ohne klare Ansagen von “Oben”? Manchmal ist es besser wenn Sie selber die Reißleine ziehen, lassen Sie sich nicht runterziehen!

    Fazit: Es gibt nicht DEN Grund weshalb es nicht klappt. Emotionen haben bei der Jobsuche nichts zu suchen, sachlich und kritisch (auch selbstkritisch) bleiben. Beim Job ist es wie in der Liebe, man kann es nicht erzwingen! Aber wir haben die Wahl daran zu verbittern oder eine leichte Teflonschicht sein eigen zu nennen. Gelassen bleiben, dann kommt auch der richtige Job. Ob Sie sich ärgern oder verzweifeln dadurch ändert sich rein gar nichts!

    1. Liebe Beate,

      wow, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Natürlich sind viele Faktoren beeinflussbar wenn es um die Jobsuche oder die Bewerbung geht. Da bin ich ganz bei dir. Viele Artikel auf meinem Blog handeln davon und ich versuche immer wieder, Impulse zur Optimierung zu geben oder andere Wege aufzuzeigen.

      Aber manche Dinge, und darum geht es in diesem konkreten Artikel, liegen eben auch nicht in deiner Macht und bei einer Absage darfst du dir das ruhig einmal vor Augen führen bevor es in Selbstzweifel ausartet. Gesundes (!) Selbstvertrauen ist so wichtig, wenn eine neue Aufgabe her soll. Das sehe ich genauso wie du.

      Tut mir leid, dass du so hingehalten wurdest zuletzt, es ist keine Art schlechte Erfahrungen der Vergangenheit an zukünftigen Bewerbern aufzuarbeiten.

      In einer Sache bin ich vielleicht anderer Meinung als du: Emotionen haben für mich schon etwas mit der Jobsuche zu tun. Wenn ich einen Job unbedingt will – aus welchen Gründen auch immer, sei es, dass ich genau DIESEN Job will oder sei es, dass ich gerade IRGENDEINEN Job brauche, um meine Familie zu ernähren – dann will ich das auch FÜHLEN. Ich will dahinter stehen, dass dieser Schritt zu diesem Zeitpunkt der richtige ist. Ich will bereit sein, mein Bestes zu geben in der Aufgabe, um die ich mich bemühe. Denn wenn ich nichts fühle, dann ist da auch keine Motivation und dann wird es mir unter Umständen sehr schwer sein, jeden Morgen aufzustehen, hinzugehen und meine Leistung zu erbringen. Irgendwann wird das vielleicht in Erschöpfung und Burnout münden. Aber das willst du bestimmt auch nicht, deswegen glaube ich eigentlich nicht, dass wir da so weit auseinander liegen :-)

      Viel Erfolg bei deinen Bemühungen!
      Cathrin

  3. Also, man darf diskriminieren, aber davon nichts erzählen und so wird das Gesetz klug und zynisch “eingehalten”? Auch eine schwere Tat ist keine Straftat, sobald es keine Zeugen gibt und die Anzeige bei der Polizei nicht erstattet wird?
    Punkt zwei: Viele Unternehmen bieten eine “schnelle und unkomplizierte” Bewerbung durch ein Online-Formuar an, wobei die Punkte wie Staatsangehörigkeit oder sogar Religion als Pflichtfelder gelten. So können Ausländer, Muslime etc. schnel und unkompliziert ausgesiebt werden, mehr Sinn sehe ich nicht, zumindest bei den säkulären Unternehmen nicht.

    1. Hey Vitalii, die Sache ist die: in den allermeisten Fällen ist die Herkunft nicht der Grund für eine Absage sondern mangelnde Eignung – fehlende Qualifikation oder unzureichend ausgearbeitete Unterlagen. Als Empfänger einer Absage neigt man dazu, sich einen Grund zu suchen von dem man glaubt, er sei “schuld”. Fachkräfte werden händeringend gesucht, du kannst davon ausgehen, dass Herkunft in Zukunft gar keine Rolle mehr spielen wird.

  4. Danke für die sachliche Beschreibung dessen, was heute der Alltag ist. Ich erlebe immer wieder, dass auf öffentliche Stellen weit über 100 Bewerbungen eingehen. Dann ist es natürlich schwierig, die eigenen Vorteile so zu platzieren, dass diese innert weniger Sekunden auffallen und dazu führen, dass das Dossier wirklich gelesen wird.

    Wer also eine Bewerbung ohne das “AIDA”-Prinzip rauslässt, hat unter Umständen Pech.

  5. Diese 10 Gründe treffen den Nagel auf den Kopf. Jedoch ist meiner Ansicht nach die Initiativbewerbung nicht für jede Position ratsam.
    Insbesondere kann ich von Punkt 8 ein Lied singen. Als alleinerziehende mit zwei Kinder in einer leitenden Position ist es extrem schwer. Die Einstellung vieler Unternehmen ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Eher sogar fragwürdig.
    Mein Motto für diese ganzen Tatsachen lautet daher:
    Nur mal nicht den Kopf in den Sand stecken. Irendwo da draußen gibt es für jeden das passende Unternehmen. Denn so einzigartig und vielfältig wie jeder einzelne von uns ist, sind auch die Unternehmen. Man muss nur das passende finden und darf sich nicht entmutigen lassen.

  6. ……und genau die Unehrlichkeit der Stellenanbieter gibt einem zu denken.
    Mit 60 Jahren eine neue Stelle zu finden wird ziemlich schwierig (Ist Jedermann bekannt.)
    Was redet man von Diskriminierung daher, mir persönlich wäre es tausend Mal lieber, man bekäme die Absage auf die ehrliche Art und Weise und nicht mit fadenscheinigen Argumenten wie…..zu überqualifiziert, obwohl das eine ganz andere Richtung meines bisherigen Berufes ist, namentlich im Sozialbereich. Noch nie in dieser Branche gearbeitet, komme vom Büro und bin überqualifiziert ?????
    Aber keine Angst, nur Zuversicht bringt Dich über die Runden und Ausharren mit der Stellensuche ist das Motto und nach dem lebe ich.

    1. Hallo Maria,
      manchmal ist es nicht einfach, so viel ist klar. Gerade beim Thema Quereinstieg gibt es so einige Hürden. Da ist es manchmal hilfreich. eben nicht nur nach offenen Stellen zu schauen und sich, wie alle anderen auch, zu bewerben, sondern andere, neue Wege zu gehen. Zum Beispiel über eine Hospitanz, über Kontakte oder über eine Initiativbewerbung. Hast du das schon versucht?
      Viel Erfolg und alles Gute
      Cathrin

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