bewerbungsanschreiben

Wie du ein richtig gutes Bewerbungsanschreiben formulierst

Stell’ dir vor, du bist auf Jobsuche und kannst es gar nicht abwarten, endlich das nächste Bewerbungsanschreiben zu formulieren…

Wenn das nicht auf dich zutrifft, dann geht es dir wie vielen Bewerbern. Vor lauter Verzweiflung wiederholen sie darum möglichst viele Passagen aus ihrem Lebenslauf:

“Von Oktober 2007 bis November 2011 war ich bei Firma xy beschäftigt”
Ich bin teamfähig, zuverlässig und flexibel”
“Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige im Tageblatt gelesen…”

Wir haben 2017 2018 und es ist Zeit, dass wir uns etwas Neues einfallen lassen.

Zunächst einmal mache dir klar: Es gibt keine festgeschriebenen Formulierungen, die du unbedingt in deinem Bewerbungsanschreiben verwenden musst. Wie dein Anschreiben beim Empfänger ankommt hängt am Ende des Tages von seinem persönlichen Geschmack ab.

In einer XING-Gruppe habe ich zu dem Thema ein seitenlanges Streitgespräch zwischen Personalern, Beratern und Bewerbern gefunden. Es gab keinen Konsens. Es allen recht machen? Unmöglich. Und deswegen kannst du dich entspannen, denn irgendjemand wird dein Anschreiben immer gut finden – und jemand anders eben nicht.

Wie soll ich anfangen?

Benutze deine eigenen Worte, damit man dir dein Anschreiben abkauft! Im Prinzip kannst du schreiben was du willst, solange du den Empfänger mit deinen Worten erreichst.

Sei dir deiner Erfahrungen und Kenntnisse bewusst! Denn worum geht es eigentlich? Es geht darum, den Empfänger deiner Bewerbung in kürzester Zeit davon zu überzeugen,

… dass du den Job gut machen wirst
… dass du in das Unternehmen und das Team passt und
… dass er dich unbedingt kennenlernen möchte.

Die Voraussetzung dafür, diese Message transportieren zu können, ist es, die Stellenausschreibung aufmerksam zu lesen und Informationen über das Unternehmen zu recherchieren. Fühle dich richtig rein!

Handelt es sich um ein eher konservatives Unternehmen, sollte natürlich auch das Anschreiben klassischer ausfallen. Sobald dem Unternehmen jedoch eine gewisse Modernität und Innovationskraft zuzuordnen ist, darf das Anschreiben ruhig etwas mutiger ausfallen, die Schrift etwas serifenloser sein und das Foto etwas wacher.

Was heißt das konkret?

Überlege, welche deiner Fähigkeiten, Kenntnisse und Interessen wirklich zu der ausgeschriebenen Stelle passen und bringe Sie mit relevanter Erfahrung aus deinem Lebenslauf zusammen unter.

Zeige, dass du wirklich aufrichtig Interesse an dem Job und am Unternehmen hast und dass du für die Aufgabe geeignet bist, zum Beispiel so:

Das Bewerbungsanschreiben

1. Absatz – Einleitung und generelle Eignung

Sehr geehrte Frau Name (wichtig! Du schreibst bitte NICHT “Sehr geehrte Damen und Herren”),

seit zehn Jahren betreue ich… Beschreibe kurz deine relevante Berufserfahrung, auf die Stellenausschreibung abgestimmt und weiß daher, worauf es bei Aufgabe xy siehe Stellenausschreibung! ankommt. Sehr gerne möchte ich mich Ihnen daher als motivierte Mitarbeiterin vorstellen.

2. Absatz – Konkrete Eignung

Seit 2014 bin ich bei der abc GmbH als xy tätig. Hier verantworte ich …. Im Rahmen meines letzten Projekts konnte ich hast du ein Team geführt? Ein Projekt umgesetzt? Wo hast du Mehrwert gebracht, der für die neue Stelle relevant ist? Erzähle eine Erfolgsgeschichte oder beschreibe, was du genau gemacht hast. Im Idealfall erfährt man hier etwas über deine konkreten Berufserfahrungen UND über deine Soft Skills.

3. Absatz – Motivationserklärung für diese Stelle und dieses Unternehmen

Seit meiner Kindheit interessiere ich mich sehr für das Thema xy. Ich war mehrere Jahre ehrenamtlich bei xy tätig und habe…relevante Erfahrung! Aus diesem Grund verfolge ich die Tätigkeiten der Firma xy Unternehmen nennen! mit großem Interesse.

Aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung/vielfältigen Erfahrungen bin ich überzeugt, das Team im Bereich xy optimal ergänzen zu können.

4. Absatz – Verabschiedung

Sehr gerne möchte ich mit Ihnen im Rahmen eines persönlichen Gesprächs über meine Einsatzmöglichkeit bei xy Unternehmen nennen! sprechen. Über eine Einladung hierzu würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen aus Stadt oder Stadtteil

Unterschrift, handschriftlich mit Füller oder eingescannt

Fazit

Wenn es geht solltest du dich immer auf die Stellenausschreibung, auf ein vorangegangenes Gespräch oder andere Besonderheiten beziehen. Mach dein Anschreiben zu einem Volltreffer!

Wenn du das Wort “Leidenschaft” benutzt, dann sei auch leidenschaftlich, wenn du das Anschreiben anfertigst! Sonst wird auch die Leidenschaft zur Floskel. Und abgedroschene Floskeln willst du unbedingt vermeiden!

Mache dir klar, das auf der anderen Seite ein Mensch sitzt, der jemanden einstellen will, weil er eine Position zu besetzen hat. Er hat überhaupt kein Interesse daran, dich abzulehnen und darauf solltest du dich konzentrieren.

Es werden immer mehr Stimmen unter Personalern laut, die sich frischen Wind von den Bewerbungen wünschen. Was das genau bedeutet ist reine Ermessenssache und hängt letztlich vom Empfänger deiner Bewerbung ab.

Eines ist sicher: Du solltest ein Gefühl dafür entwickeln, warum du diese Bewerbung überhaupt schreibst und warum du diesen Job unbedingt haben möchtest. Authentisch bist du, wenn das auch beim Empfänger ankommt!

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cathrin,

    das ist ein sehr hilfreicher Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. Ich bin u.a. auch im Recruiting tätig und lese dabei unzählig viele Anschreiben. Bei vielen komme ich (leider) aus dem Gähnen nicht heraus. Besonders junge Leute scheinen sich sehr schwer damit zu tun, authentisch und frisch zu schreiben. Sie nutzen Floskeln, die sie anscheinend aus irgendeinem alten Buch mit Bewerbungstipps haben. Oder sie schmücken ihr Anschreiben mit Substantiven, die überhaupt nichts aussagen. Aus Sicht des Personaler ist das, trotz Fachkräftemangel, einfach nicht tragbar. Denn: wir suchen Menschen, keine Maschinen.

    Viele Grüße und mach weiter so

    Gaby

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