Warum du keinen Job findest – und was du jetzt dagegen tun kannst

Du findest einfach keinen Job! Es gibt keine passenden Stellenangebote und wenn du dich dann doch einmal bewirbst, bekommst du eine Absage! Manchmal würdest du am liebsten alles hinschmeißen und gar nicht mehr aus dem Bett steigen.

Und das würdest du auch machen, wenn du nicht die Hoffnung hättest, dass es doch noch irgendwann klappt oder wenn die Kinder nicht versorgt werden müssten oder wenn du für den ungeliebten Brot-Job nicht um 9:00 Uhr im Büro sein müsstest.

Kommt dir das bekannt vor? Es klappt einfach nicht mit deiner Jobsuche, aber SO geht es auch nicht weiter! Es muss sich etwas ändern, der Ist-Zustand ist keine Option mehr für dich. Dir ist ganz klar: das kann noch nicht alles gewesen sein! Ein neuer Job muss her und zwar einer, der möglichst auch noch zu dir passt. Wenn du dieses Ziel erreichen möchtest und deine Strategie bis hierher nicht geklappt hat, wirst du vielleicht ein paar Dinge ändern müssen.

“Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

In meinen Beratungen stelle ich oft fest, dass die Ursachen für den ungewollten Stillstand sich wiederholen. Die gute Nachricht ist: Du bist nicht allein! Es ist nicht so, dass alle anderen einen fertigen Fahrplan für ihr (Berufs-)Leben in der Tasche haben und nur du nicht weißt, wie es weitergehen soll. Die meisten Menschen sind einmal oder (höchstwahrscheinlich) mehrmals in ihrem Leben in der gleichen Situation wie du jetzt. Ich auch! Das ist kein Grund, dich oder deinen Lebenslauf generell in Frage zu stellen.

Um etwas an deiner aktuellen Situation zu ändern ist es als allererstes notwendig, dass du in Bewegung kommst, denn einen Kurswechsel kannst du nicht bei Stillstand vornehmen. Genausowenig wie ein Segelboot sich steuern lässt, wenn kein Wind weht (und das weiß ich aus erster Hand, ausgerechnet während der Segelscheinprüfung war absolute Flaute!) Fange an, dir Gedanken zu machen. Gehe einen ersten Schritt und korrigiere den Kurs später. Diese drei Schritte können dir dabei helfen:

1. Definiere dein Ziel

­Bevor du deine nächste Bewerbung zum Versand vorbereitest, stelle dir die Frage, was du in deinem nächsten Job eigentlich machen willst —­ und was nicht­­­­. Noch viel wichtiger ist, dass du dir auch eine ehrliche Antwort gibst! Viele Bewerber machen das nicht und überlassen die Entscheidung einfach dem Empfänger. Nach dem Motto: “Die Stellenbeschreibung klingt ganz gut, das könnte irgendwie schon passen!” Und dann wird einfach alles in die Bewerbung reingepackt was da ist, alle Erfahrungen bis hin zum 3-wöchigen Schülerpraktikum in der 5. Klasse, das thematisch nicht das Geringste mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun hat. Das ist gut gemeint, aber was steht zwischen den Zeilen einer solchen Bewerbung? “Ich habe keine Ahnung, was ich bei Ihnen soll, bitte sagen sie es mir!”

Niemand anders wird sich deinen Kopf über deine Einsatzmöglichkeiten zerbrechen, deswegen musst du es tun. Es ist Zeit, das zu üben, wenn du ein selbstbestimmtes (Berufs-)Leben führen möchtest. Frage dich: Was willst du wirklich (!) machen und warum bist du die richtige Besetzung für den Job, auf den du dich bewirbst?

Es führt leider absolut überhaupt kein Weg daran vorbei, dass du dir darüber Gedanken machst —­ es sei denn, es ist dir im Augenblick vollkommen egal was für einen Job du als nächstes machst. In diesem Fall kannst du natürlich die Gießkannenstrategie (gleiche Bewerbung für alle Jobs) anwenden und damit auch Erfolg haben. Wenn “Erfolg” für dich bedeutet, IRGENDEINEN Job zu bekommen. Und selbst das ist völlig in Ordnung, wenn du diese Entscheidung bewusst triffst, weil du vielleicht sehr dringend JETZT einfach Geld verdienen musst. Manchmal muss man einen Umweg in Kauf nehmen, bevor man den richtigen Kurs einschlagen kann.

Übung:

Um herauszufinden, was du wirklich machen willst, lies dir (viele) Stellenanzeigen durch. Wo bleibst du hängen? Welche Aufgaben interessieren dich brennend? Frage dich als nächstes, welche Aspekte an der Stellenanzeige dir nicht gefallen, zum Beispiel die Branche des Unternehmens oder ein Teil des Aufgabenbereiches. Auf diese Weise (Ausschlussverfahren) kannst du ganz gut enger fassen, was es eigentlich wirklich ist, das dich an einem neuen Job reizen würde – und was eben nicht. Frage dich auch, ob der Job dich interessiert, weil du ihn machen KANNST oder weil du ihn machen WILLST. Ein großer Unterschied, denn nur weil du etwas theoretisch machen KANNST heißt es noch lange nicht, dass du es auch machen WILLST.

Manchmal kommt dabei heraus, dass ein völliger Kurswechsel ansteht. Das kann zwar etwas komplizierter werden, aber (und das ist die gute Nachricht) du kannst davon ausgehen, dass es auch dafür eine Lösung gibt, wenn du dich lange genug damit beschäftigst und bereit bist, die Extrameile zu gehen.

2. Transportiere dein Ziel

Wenn du die Zielscheibe ins Visier genommen hast, wird auch das Schreiben deiner Bewerbung einfacher, weil du jetzt das Geheimnis um dein “Warum will ich das machen?” gelüftet hast! Warum willst du den Job machen, auf den du dich bewirbst? Wenn du vorher etwas ganz anderes gemacht hast: Warum dieser Sinneswandel? Warum der Branchenwechsel? Warum die neue Ausrichtung? Warum die Führungsposition? Das muss in der Bewerbung so deutlich rüberkommen, dass es vom Empfänger in kürzester Zeit verstanden wird. Alle sind gegen Anschreiben, weil sie angeblich sinnlos und inhaltsleer sind. Ich sehe das etwas anders. Ein wirkliches, echtes Motivationsschreiben ist genau das eben nicht. Vielmehr transportiert es dein Ziel zum Empfänger deiner Bewerbung. Und du erhälst vielleicht sogar Komplimente für dein Anschreiben.

Dabei ist es immer eine gute Idee, die Ziele des Bewerbungsempfängers auch im Auge zu behalten. Auch wenn es hart klingt, ich will nur schonungslos ehrlich zu dir sein: Es geht bei deiner Bewerbung nicht ausschließlich um dich! Jemand will einen Job besetzen und die Aufgaben zuverlässig erledigt wissen, die damit zusammenhängen. Wenn du das gewährleisten kannst, wenn du glaubhaft versichern kannst, dass du das verstanden hast und bereit bist, dich reinzuhängen, zu lernen und “wegzuschaffen”, zu GEBEN, dann wird es ganz automatisch auch um dich gehen und dir wird zurückGEGEBEN. Dieses Prinzip findet sich nicht nur in der Bibel (Lukas 6, 38), es hatte schon weit vorher Bestand, denn die Menschen haben schon immer getauscht. Heute nennen wir dieses Geben und Nehmen auch Reziprozität, ein Begriff aus der Soziologie.

Übung:

Schau’ dir einmal deinen Lebenslauf an: Welche Stationen stimmen dich zuversichtlich, dass der neue Job zu dir passt? Betone diese Stationen und führe deine relevanten (!) Erfahrungen dazu auf (“Ich kann etwas bieten, was SIE brauchen”). Hast du zum Beispiel schon einmal Mitarbeiter geführt und du wünschst dir jetzt eine Führungsposition, dann solltest du die entsprechende Tätigkeit ausführlicher beschreiben, auch wenn du das Team nur in deiner ehrenamtlichen Arbeit geleitet hast.

Wesentlich ist, dass du auch Erfahrungen außerhalb deiner beruflichen Tätigkeiten berücksichtigst: Ehrenamt, Kurse, Weiterbildungen, Vereinstätigkeiten. Manchmal liegt gerade da der Beweis für dein “Warum”. Denn wer macht schon in der eigenen Freizeit, womöglich ehrenamtlich, etwas, worauf er/sie überhaupt keine Lust hat?

3. Kommuniziere dein Ziel

Neben dem Schreiben von Bewerbungen im “stillen Kämmerlein” kann es hilfreich (oder sogar entscheidend) sein, wenn du auch über dein berufliches Ziel SPRICHST. Nur, wenn dein Umfeld (Familie, Freunde, Bekannte) weiß, WELCHE Art von neuer Herausforderung du suchst, können sie dir helfen. Ich höre oft Enttäuschung darüber, dass das eigenen Netzwerk nicht funktioniert. Aber auch hier gilt: die wenigsten Menschen haben ausreichend Kapazitäten frei, sich DEINEN Kopf zu zerbrechen. Wenn du nicht weißt, was du willst, dann werden auch die besten Freunde es nicht für dich herausfinden. Schon gar nicht ungefragt. Es reicht also nicht, dass sie von deiner Jobsuche wissen! Sie müssen ganz genau verstehen, WAS du suchst, damit sie Augen und Ohren für dich offen halten und Gelegenheiten für dich erkennen können.

Ich habe kürzlich gemeinsam mit einer lieben Kundin diese Erfahrung geteilt: seit sie ganz klar für sich und die Außenwelt kommuniziert, was sie zukünftig machen möchte (übrigens etwas vollkommen anderes als bisher), sprießen die Möglichkeiten und Kontakte wie Pilze aus dem Herbstboden. Es erscheint fast magisch, ist aber schlicht und einfach kristallklare Kommunikation.

Übung:

Probiere es aus! Sobald du weißt, in welche Richtung du dich entwickeln möchtest, bringe es auf den Punkt, so dass du dein Ziel zu jeder Gelegenheit parat hast! Bereite dir dafür einen Elevator Pitch vor. Dieser Begriff kommt eigentlich aus der Start up Szene: Stell dir vor, du hast ein neuartiges Unternehmen mit einem tollen Produkt (das bist du in diesem Fall selber mit deinem Ziel und deiner Qualifikation) und du hast die Möglichkeit, einen potenziellen Investor während einer 30-sekündigen Fahrstuhlfahrt von dir und deiner Idee zu überzeugen. Das ist ungefähr die gleiche Zeit, die Freunde, Verwandte und Bekannte dir an echter Aufmerksamkeit schenken, wenn sie dich nach deinem beruflichen Stand der Dinge fragen ;-)

Fazit

Wenn du keinen Job findest, liegt es vielleicht daran, dass du bisher nicht bereit warst, einen ehrlichen (!) Blick nach innen zu riskieren. Wir alle wählen immer den bequemsten Weg zuerst, den Weg, den wir schon kennen und hundertmal gegangen sind. Wir tun das nicht, weil wir faul sind, sondern weil wir uns im altbekannten Umfeld sicher fühlen. Alles, was neu ist, ist erst einmal unbehaglich. Wenn dich die alten Wege aber nicht weiterbringen oder sogar unzufrieden machen, dann ist es womöglich an der Zeit, trotzdem etwas Neues auszuprobieren. Das ist nicht immer leicht, das ist mir vollkommen klar.

Letzte Woche hat mir ein Freund klipp und klar gesagt: Wenn du nur ein- oder zweimal die Woche laufen gehst, gleichförmig eine Strecke und in immer gleicher Geschwindigkeit, dann kannst du nicht besser werden! Du musst so regelmäßig laufen, dass es zur Gewohnheit wird und die Geschwindigkeit immer wieder variieren, um die Kondition aufzubauen, auch wenn es am Anfang sehr anstrengend ist. Es ist noch viel anstrengender, immer wieder bei Null anzufangen.

Ich hoffe, du schaffst es auch: Dranzubleiben, auch, wenn es anfangs anstrengend ist. Mit der Zeit wird es einfacher und irgendwann kannst du gar nicht mehr anders als dich dahinzuentwickeln, wo du hingehörst.

Wenn dir das Prinzip der Reziprozität einleuchtet, dann könnte auch dieser Artikel interessant für dich sein: Warum es in deiner Bewerbung nicht um dich geht (du aber trotzdem profitierst)

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