Die 5 häufigsten Irrtümer bei der Jobsuche

So eine Jobsuche kann ganz schön frustrierend sein! Besonders dann, wenn du gefühlt alle Register gezogen hast – und sich trotzdem kein Erfolg einstellen will. Selbstzweifel sind vorprogrammiert. Aber woran liegt es wirklich, dass sich einfach kein passender Job finden und bekommen lässt?

Dieser Artikel ist für dich, wenn du

  • keine Stellenausschreibungen findest, die zu dir passen
  • Absagen auf deine Bewerbungen erhältst
  • Absagen nach Vorstellungsgesprächen bekommst
  • oder nicht weißt, wo du anfangen sollst bei der Suche nach einer neuen Aufgabe

und am liebsten den Kopf in den Sand stecken möchtest.

Ich kann dir das nicht empfehlen, denn erstens ist es da ziemlich dunkel und zweitens findet dich dort erst recht niemand. Dein Erfolg wird weiterhin ausbleiben und das am Ende nur deswegen, weil die Auswertung deiner Situation auf falschen Annahmen, wie zum Beispiel einer der folgenden, basiert:

Die 5 häufigsten Irrtümer bei der Jobsuche

1. Es gibt keine passenden Stellen

Irrtum: Der Arbeitsmarkt ist schuld. Es gibt einfach keine guten Jobs!

Wahrheit

Im Juni 2018 waren in Deutschland 805.213 offene Stellen gemeldet (Quelle: statista). Ich weiß nicht, ob es auch eine Dunkelziffer von nicht gemeldeten offenen Stellen gibt, aber die Vermutung liegt nahe: tendenziell sind es noch ein paar mehr.

Dabei handelt es sich nicht etwa ausschließlich um Stellen im IT-Umfeld oder im Gesundheitswesen! Mit 11,5% lagen im ersten Quartal 2018 die Stellenangebote im Bereich “Administration und Kundenbetreuung” vorne (Quelle: statista).

Die Wahrscheinlichkeit, dass für dich keine einzige passende Stelle dabei ist, ist relativ gering. Viel eher ist es an der Zeit, dir zu überlegen, was genau du eigentlich suchst!

Solange deine Jobsuche sich diffus in alle Richtungen zerstreut, wird kein Job wirklich passen. Deswegen ist eine persönliche Standortbestimmung unerlässlich. Hier klärst du zunächst für dich, welche Faktoren dir wirklich wichtig sind und an welcher Stelle du vielleicht bereit bist, Kompromisse einzugehen:

  • Kommt ein Umzug in Frage – oder nicht?
  • Bist du bereit, auf Gehalt zu verzichten, um inhaltlich Erfüllung zu finden?
  • Vollzeit oder Teilzeit?
  • Konzern oder Kleinunternehmen?

Die Lösung liegt darin, bei dir selber anzufangen. Erst wenn du weißt, wonach du suchst, kannst du passende Stellen finden.

2. Mehr Weiterbildung hilft mehr!

Irrtum: Unternehmen suchen die eierlegende Wollmilchsau – ich mach’ am besten noch eine Fortbildung.

Wahrheit

Viel Wissen, viele Weiterbildungen, viele Skills allein sind keine Garantie für Erfolg. Es hilft nichts, sie wie einen bunten Blumenstrauß anzubieten und zu hoffen, dass der Empfänger sich schon das Beste heraussuchen wird.

Im Prinzip sind wir wieder bei Punkt 1: Wenn du selber nicht weißt, was du willst und wie du deine Kenntnisse und Fähigkeiten für eine konkrete Position einsetzen kannst, wird sich der Empfänger deiner Bewerbung höchstwahrscheinlich auch nicht die Mühe machen, das für dich herauszufinden.

Der rote Faden, oder zumindest der Plan für deine eigene Ausrichtung, sollte immer erkennbar sein. Manchmal heißt das auch, dass du eine Fortbildung in der Bewerbung besser weglässt, weil sie wirklich gar nichts mit der Position zu tun hat.

In den meisten Fällen lässt sich alles sinnvoll verbinden. Aber die Wichtigkeit dieser Aufgabe geht nicht weg, nur weil du stattdessen die nächste Weiterbildung – oder gar das dritte Studium – dranhängst.

Irgendwann ist es an der Zeit, das ganze Wissen im Arbeitsmarkt einzubringen und dann zu schauen, was in der Praxis noch fehlt. Mehr ist nicht automatisch besser!

3. Ich habe schon alles versucht

Irrtum Mein Lebenslauf ist aktuell und ich habe viele Bewerbungen verschickt. Klappt trotzdem nicht!

Wahrheit

Ganz ehrlich? Du hast wahrscheinlich noch nicht mal richtig angefangen! Wenn du 5 Absagen oder mehr auf deine Bewerbung erhalten hast, gehe am besten direkt zurück zu Punkt 1.

Erst wenn du wirklich weißt, was du willst und welches Ziel du ansteuerst, kannst du

  • die richtigen Stellen suchen und finden
  • dein Netzwerk aktivieren und aufbauen
  • deinen Lebenslauf gestochen scharf aufbereiten
  • dein Anschreiben sinnvoll formulieren
  • deine online-Profile aktualisieren
  • ein passendes Foto machen
  • dich initiativ bewerben
  • deine Expertise in die richtige Richtung ausbauen

Wenn du das alles angegangen und eine Weile konsequent verfolgt hast und wenn dann immer noch nichts klappt, dann ist es an der Zeit, jeden einzelnen Punkt zu überprüfen und zu fragen: An welcher Schraube muss ich als nächstes drehen, um ein anderes Ergebnis zu erhalten?

Wenn es nicht klappt, lehne dich nicht zurück in dem Glauben, das war schon alles, was in deiner Macht steht. Du kannst hundertprozentig mehr tun, als du im Augenblick vielleicht denkst.

4. Die Form ist nicht so wichtig – der Inhalt zählt (oder anders herum)

Irrtum: Das Foto gefällt mir selber nicht und das Layout könnte besser sein, aber letztlich kommt es auf den Inhalt an ( oder anders herum).

Wahrheit

Der Empfänger hat nicht viele Möglichkeiten, dich nur über deine Bewerbung einzuschätzen. Also vertraut er seiner Erfahrung. Und die sagt:

  • Wer sich mit den Bewerbungsunterlagen keine Mühe gibt, wird es im Job auch nicht tun.
  • Wer gut im Umgang mit Internet und MS Office ist, weiß, wie eine Bewerbung auszusehen hat und kann das auch umsetzen.
  • Wer nicht so oft ein Anschreiben formuliert und es trotzdem ganz gut macht, ist lernfähig.
  • Wer die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf die Stellenausschreibung beziehen kann, hat verstanden, worum es geht.
  • Wer ein gutes Foto schickt, hat ein Auge für’s Detail und weiß, wie man bei Kunden, Mitarbeiterm, Vorgesetzten auftritt.

Es geht nicht allein darum, abstrakte Regeln zu befolgen, die keinen Sinn und Verstand haben. Im Wesentlichen ist deine Bewerbung deine erste Arbeitsprobe – und zwar vollkommen unabhängig von Job, Branche oder Hierarchiestufe.

Das gleiche gilt übrigens auch anders herum: Das Layout allein wird es auch nicht bringen! Wenn nicht klar ist, worauf die Bewerbung hinauslaufen soll, bringt auch das schönste Layout nichts ;-)

5. Um die Jobsuche kümmere ich mich nach Feierabend

Irrtum: Ich bin kein Morgenmensch, deswegen mache ich das abends.

Wahrheit

Von fünf Abenden liegt an zwei Abenden etwas anderes an (Geburtstagsfeier, Abschied im Büro, Kino mit der Freundin, Elternabend). Einen weiteren Abend bist du beim Sport, einen Abend zu müde und am Freitag hat es auch keinen Sinn. Am Wochenende klappt es natürlich auch nicht.

Das ist total in Ordnung! Aber auch der Grund, warum es mit deiner Jobsuche nicht voran geht. Die ernst gemeinte Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung ist ein Projekt, das aus vielen verschiedenen Bausteinen besteht.

Im Englischen sagt man: “First things first!” frei übersetzt: “Die wichtigsten Dinge zuerst.”

Wenn du also die Entscheidung triffst, dich wirklich (!) neu zu orientieren, überlege dir, ob du nicht doch eine Stunde früher aufstehst, um konzentriert an deinem Projekt zu arbeiten – und zwar VOR der Arbeit.

Dazu bist du nicht bereit? Dann frage dich, wie ernst dir deine Jobsuche wirklich ist und ob du sie nicht lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben möchtest.

Fazit

Nur, wenn du dich wirklich (!) für die aktive Jobsuche entscheidest, wirst du auch die nötigen Schritte gehen, die dich zum Erfolg führen.

Eine Jobsuche nebenher laufen zu lassen endet oft in Erfolglosigkeit und Frust – oder in einem Job, den du gar nicht willst.

Aber wenn du ehrlich zu dir selbst bist und ein wenig Aufwand nicht scheust, hast du gute Chancen, bald (wieder) einen Job zu haben, der wirklich zu dir passt!

Foto: Andrew Neel auf Unsplash

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