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5 Tipps für mehr Selbstvertrauen im Vorstellungsgespräch

Auf dem Weg zu einem neuen Job kommst du nicht an einem persönlichen Vorstellungsgespräch vorbei. Positiv formuliert: Du bist kurz vor dem Ziel!

Aber wie schaffst du es, genug Selbstvertrauen aufzubringen, um zu überzeugen? Wie wirst du das Gefühl los, nicht gut genug zu sein für die Aufgabe? Wie kannst du deine eigene Geschichte erzählen und dich trotz aller Ecken und Kanten wohl in deiner Haut fühlen?

Kürzlich habe ich einen sehr interessanten Artikel in der brand eins gelesen, er hieß “Die Selbstbestimmer“. Ein Gedanke in dem Artikel hat mich nachdenklich gemacht. Er stammt von Professor Fritz Gairing, Organisationspsychologe an der Hochschule Pforzheim.

Jeder, der heute auf den Arbeitsmarkt gehe, sagt Professor Gairing, ginge ganz selbstverständlich davon aus, dass er sich selbst verkaufen müsse. Das hätte nichts mit Selbstsicherheit zu tun, sondern mit einer großen Unsicherheit, der Sorge, seinen Platz in der Gesellschaft nicht zu finden.

Es ginge oft gar nicht darum, dass man sagt, wer man ist, sondern dass man sich für andere auftakelt. Professor Gairing bezog sich dabei zwar auf Studenten und Berufseinsteiger. Aber wie ist das bei dir, wenn du dich beruflich neu orientieren möchtest? Hast du auch häufig das Gefühl, dich “besser verkaufen” zu müssen?

Aufgepasst, denn es geht eben nicht darum, dich für andere “aufzutakeln” sondern um Authentizität! Nur echtes Selbstvertrauen ist wirklich authentisch und gefragter denn je. Was kannst du also tun, wenn es dir daran mangelt und du das Gefühl hast, dir könnte nur noch eine “bessere Verkaufsstrategie” in eigener Sache weiterhelfen?

Was du für echtes Selbstvertrauen brauchst

Zuerst einmal den richtigen Blickwinkel auf deine eigene Geschichte und deinen Lebenslauf. Was du dafür nicht brauchst? Eine andere Geschichte und einen anderen Lebenslauf. Es geht nicht darum, möglichst perfekt zu sein sondern darum, was du aus deinen Erfahrungen machst und wie du sie für dich interpretierst.

Welche Konsequenzen ziehst du aus dem, was gewesen ist? Was hast du gelernt? Welche Erfahrungen haben dich gestärkt und wachsen lassen? Welche Stärken wurden gestärkt und welche Fähigkeiten sind daraus hervorgegangen?

Eine schlechte Erfahrung möchtest du auf den ersten Blick vielleicht am liebsten unter den Tisch fallen lassen. Aber so funktioniert echtes Selbstvertrauen eben nicht. Echtes Selbstvertrauen bekommst du in der Regel nicht, wenn du falsche Tatsachen vorgibst oder Fakten weglässt. Es entsteht durch deine radikale Akzeptanz der Dinge.

Übrigens braucht auch gar nicht jeder ein übermäßig großes Selbstvertrauen zu haben. Schüchtern oder zurückhaltend zu sein ist völlig in Ordnung. Aber wenn es darum geht einen neuen Job zu gewinnen, dann darfst du dich selbst und deine Geschichte gerne positiv präsentieren. Ein gesundes Maß an Selbstvertrauen ist dafür einfach hilfreich.

Wie du mehr Selbstvertrauen im Vorstellungsgespräch hast

Wie wirst du das Gefühl also los, nicht gut genug zu sein für eine Aufgabe oder für dein Gegenüber? Wie fühlst du dich wohl in deiner Haut, wenn du die eigene Geschichte erzählst?

1. Deinen Blickwinkel auf deine eigene Geschichte überprüfen

Ein Genie macht keine Fehler. Seine Irrtümer sind Tore zu neuen Entdeckungen.” James Joyce

Vermeintliche “Fehler” oder “Makel” im bunten Lebenslauf sind oft Grund zur Annahme, nicht gut genug für eine ausgeschriebe Stelle zu sein. Aber vielleicht bist du aus einer Krise oder einer Orientierungsphase gestärkt hervorgegangen, widerstandsfähiger und belastbarer geworden? Womöglich hast du gerade in diesen Situationen festgestellt, dass du unter Druck gut arbeiten kannst, sehr strukturiert bist oder eine hohe Eigenmotivation hast?

Benutze deine Geschichte, um zum Beispiel die Frage nach deinen Stärken zu beantworten. Das ist für dein Gegenüber glaubhafter und interessanter, als wenn du nur vermeintliche Stärken aneinanderreihst und du hast gleich bewiesen, dass du auch aus nicht so guten Situationen das Beste herausholen kannst.

Es gibt keinen Grund, dich für eine Entscheidung oder ein Ereignis in der Vergangenheit zu entschuldigen, solange du etwas Gutes daraus ableiten kannst. Und das geht eigentlich immer.

2. Deinen Lebenslauf aktiv und positiv formulieren

“Arbeitssuchend” ist passiv. “Neuorientierung” ist aktiv. Was hast du während deiner beruflichen Stationen gemacht? Was hast du gelernt? Wo hast du dich eingebracht? Welche Interessen und Fähigkeiten hast du entwickelt, die potenziellen Arbeitgebern nützlich sein können?

Welche Tätigkeiten tauchen in deinem Lebenslauf oder auch in der Freizeit immer wieder auf? Hast du immer in irgendeiner Form etwas mit Kommunikation zutun gehabt? Dann ist das dein roter Faden. Oder ist “Lernen” ein zentrales Thema für dich? Ein vollständiger und gut ausgearbeiteter Lebenslauf gibt dir ganz automatisch einen roten Faden an die Hand. Und das schenkt dir Selbstvertrauen im Vorstellungsgespräch, weil alles schlüssig erklärbar ist und ineinander greift.

3. Bereite dich sorgfäligig vor

Ja, es wird Fragen geben! Vielleicht sogar ein paar unangenehme oder gar unerlaubte. Darauf gehe ich in einem meiner nächsten Beiträge näher ein (registriere dich am besten für den Newsletter unten, dann verpasst du den Beitrag nicht!) Je besser du darauf vorbereitet bist, desto entspannter gehst du in das Gespräch hinein. Überlasse so wenig wie möglich dem Zufall und bereite dich gründlich auf dein Vorstellungsgespräch vor dann gehst du mit einer Sicherheit in das Gespräch, die dir einen guten Start verschafft.

Neben der Vorbereitung auf mögliche Fragen zum Lebenslauf gehört auch die Wahl der Kleidung, gegebenenfalls der Besuch beim Friseur, die Planung der Anreise, die Zusammenstellung eigener Fragen, die Recherche über das Unternehmen und die Gewissheit über den eigenen Gehaltswunsch dazu. Vorbereitung gibt Sicherheit und Sicherheit gibt Gelassenheit – die beste Voraussetzung für deinen selbstbewussten Auftritt.

4. Übe dein Auftritt

Gewisse Dinge musst du einfach üben, um besser darin zu werden. Deinen Auftritt kannst du am besten verbessern, wenn du dich regelmäßig damit konfrontierst, auftreten zu müssen. Sprich zum Beispiel Fremde an, frage sie nach dem Weg oder nach der Uhrzeit. Lass’ dir etwas erklären und übe das spontane Gespräch. Der richtige Händedruck gehört ebenso dazu wie Körpersprache und die Fähigkeit, Blickkontakt zu halten. Wenn du ganz aus der Übung bist, hilft zuerst der Gang zum Spiegel für ein Selbstgespräch.

Mittelfristig muss aber ein Gegenüber her oder noch besser: eine Gruppe von Menschen, vor denen du das freie Sprechen trainieren kannst. Dafür eignen sich Vorstellungsgespräche bestens oder, wenn du dich schon heute vorbereiten möchtet, besuche doch mal die Toastmasters, ein Redeclub, in dem Menschen das Reden vor anderen gemeinsam trainieren.

Ich selber hatte einmal ein Vorstellungsgespräch, bei dem ich unangekündigt sechs (!) Unternehmensvertretern gegenüber saß! Vollkommen überdimensioniert, aber ich nahm die Herausforderung an. Es blieb mir auch nichts anderes übrig. In meiner Vorstellung krempelte ich die Ärmel hoch und dachte “Let the show begin”. Es gelang mir, die geballte Aufmerksamkeit als Kompliment zu sehen und als Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Den Job habe ich damals zwar nicht bekommen, aber meinen Übungsauftritt und die Erfahrungen daraus kann mir niemand mehr nehmen.

Nutze jede Gelegenheit, mit anderen zu sprechen und Routine zu gewinnen.

5. Wende einen Trick an

Der Trick heißt Power Posing, klingt erstmal albern, aber er funktioniert! Ich habe es ausprobiert. Auf der Plattform TED, einer wunderbare Webseite zur Inspiration und Motivation, handelt einer der erfolgreichsten Vorträge genau davon.

Die amerikanische Sozial-Psychologin Amy Cuddy hat nachgewiesen, dass bestimmte Körperhaltungen zu mehr Testosteronproduktion im Körper führen, und gleichzeitig den Cortisolspiegel sinken lassen, der für das Stressempfinden verantwortlich ist.

Ihre eigene Geschichte am Ende des Vortrages zeigt darüber hinaus, dass man manchmal auch einfach nur jemanden braucht, der an einen glaubt, um eigenes Selbstvertrauen zu entwickeln, sich einer Aufgabe zu stellen und am Ende erfolgreich zu sein!

Hier kannst du dir Amy Cuddys Geschichte auf Youtube anhören.

Fazit

1. Überprüfe deinen Blickwinkel auf deine eigene Geschichte. In schwierigen Phasen hast du auf deine Stärken gebaut.
2. Trage deinen Lebenslauf aktiv und positiv vor. Ersetze “ich hatte keine andere Wahl” in “ich habe mich entschieden”.
3. Bereite dich sorgfältig vor und überlasse nichts dem Zufall, nicht mal die Parkplatzsuche vor dem Gespräch.
4. Übe deine Auftritte, dann bist du nicht “eingerostet”, wenn es ernst wird.
5. Mache dich groß! Lege zuhause (!) für einen Augenblick die Füße (mit Schuhen!) auf den Tisch und verschränke die Arme hinter dem Kopf.

Mache dir klar, dass alle Menschen nur mit Wasser kochen und dass du genau jetzt in genau dieses Gespräch gehörst. Und dann?

Let the show begin!

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