Standortbestimmung

Wie du mit diesen 10 Fragen herausfindest, was du willst

Hauptsache einen neuen Job – es muss gar kein Traumjob sein. Das höre ich immer wieder. Aber wenn du dir keine Gedanken darüber machst was du wirklich willst, dann wirst du bald wieder da stehen wo du heute stehst.

Wenn du im Job unglücklich und fehlplatziert bist, dann überträgt sich das früher oder später auch auf dein Privatleben, deswegen ist es für dich, deine Familie, dein Umfeld, dein ganzes Leben wichtig, dass du dich bewusst für eine berufliche Aufgabe entscheidest. Nur so kannst du auch nachhaltig dazu stehen und zufrieden sein – auch, wenn nicht immer alles rosig ist.

Ein Job, den du annimmst, weil er zu deinem aktuellen Leben passt und deinen Bedürfnissen entspricht macht einfach Sinn. Dich zu sehr zu verbiegen nach dem Motto: “Ach, das wird schon. Das Leben ist eben kein Ponyhof” wird dich schneller auf auf den Boden der Tatsachen zurückholen, als du denkst.

Die Jobzufriedenheitsstudie 2017 der Manpower Group hat ergeben, dass fast die Hälfte aller Angestellten gerne den Job wechseln möchten. Haben Sie sich vor Unterschrift des Arbeitsvertrages wohl ganz genau überlegt, was sie von ihrem Job erwarten?

Das Wort “Traumjob” nehmen wir im Folgenden als Platzhalter für einen Job, den du dir ganz bewusst ausgesucht hast. Den DU gewählt hast, weil es für dich zu diesem Zeitpunkt Sinn macht.

Was muss ein Job haben, damit er ein “Traumjob” ist?

Er muss deiner Persönlichkeit, deinen Fähigkeiten, Kenntnissen, Interessen, Talenten, Werten, persönlichen Umständen und Zielen möglichst gut entsprechen. Das bedeutet:

Für den Traumjob musst du also zunächst genau das herausfinden und verstehen, wo genau deine Fähigkeiten, Kenntnisse, Interessen, Talente und Werte liegen und wie deine persönlichen Umstände und Ziele aussehen.

Macht Sinn oder? Ich kann nicht sagen “Der Job muss mir Spaß machen” und dann auf die Frage “Was muss gegeben sein, damit dir der Job Spaß macht” keine Antwort haben.

Aber wie findest du das alles heraus? Die richtigen Fragen im Zusammenhang mit der persönlichen und beruflichen Standortbestimmung können dich ein gutes Stück weiterbringen – wenn du dich auf sie einlässt. Nimm’ dir ausreichend Zeit und Raum für diese Fragen. Erwarte nicht, sie in 5 Minuten beantwortet zu haben. Lies sie immer wieder und arbeite an deinen Antworten.

Beziehe alle Lebensbereiche in deine Überlegungen ein. Die Arbeit, das häusliche Umfeld, den Verein oder das Ehrenamt. Bist du bereit? Dann los!

Deine persönliche Standortbestimmung

1. Wann warst du in der Vergangenheit erfolgreich und hast dich dabei gut gefühlt?

2. Was empfindest du als sinnvolle Tätigkeit?

4. Was fällt dir leicht?

5. Was macht dir Spaß?

Wenn du jetzt das Wort “Spaß” liest, hast du vielleicht den Impuls, diesen Artikel zu schließen. So wie eine Kundin, der ich einmal eine Job-Idee präsentierte und die mir antwortete: “Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Wir sind ja leider in der Realität.” Es konnte in ihren Augen einfach nicht sein, dass sie Spaß an ihrer Arbeit haben darf. Und das schrieb sie mir einige Zeit nach unserem Gespräch:

“Zum Zeitpunkt unseres Telefonats war ich ziemlich frustriert, da es Absagen auf Bewerbungen hagelte und ich nicht daran glaubte, einen Traumjob zu finden. Jetzt ist es mir einfach ein Anliegen, dir für deine Tipps noch einmal ausdrücklich Danke zu sagen: Soeben habe ich einen Arbeitsvertrag unterschrieben! Und noch besser: Es ist absolut mein Traumjob! Also jedenfalls in der Theorie und auf die Praxis freue ich mich nun schon wahnsinnig (…)!”

Vielleicht trägst du den Glaubenssatz in dir (wie viele Menschen übrigens), dass Arbeit nichts mit Spaß zu tun hat und gestattest dir diese Möglichkeit nicht. Wieso eigentlich?

5. Wie sieht dein idealer Tag aus? Berücksichtige Arbeit und Freizeit!

6. Welche Erfahrungen aus der Vergangenheit möchtest du mitnehmen in deine Zukunft?

7. Bist du bereit umzuziehen?

8. Wieviel Geld brauchst du zum Leben?

9. Wie weit darf dein Arbeitsplatz vom Wohnort entfernt sein?

10. Wieviele Stunden kannst du investieren?

Was zunächst vielleicht wie eine Limitierung deiner Möglichkeiten klingt, ist in wirklich eine Hilfe, weil die Auswahlmöglichkeiten entsprechend deiner Prioritäten reduziert werden. Und die Prioritäten legst DU fest. Sonst niemand!

Die Wahrheit ist, es gibt viele “Traumjobs” für dich  – und was ein “Traumjob” ist, kann und darf sich im Laufe des Lebens verändern. Du musst dich nicht für immer und ewig für einen einzigen Weg entscheiden. Menschen verändern sich. Sie entwickeln sich weiter. Umstände ändern sich. Und das ist okay.

Aber was du JETZT willst solltest du dir klar machen, damit du weißt was du brauchst, um im nächsten Job zufrieden zu sein.

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7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Cathrin,
    da schließe ich mich an – tolle Fragen.
    Ich habe so ein Profil in ähnlicher Form, mit meinen Fragen auch mal erstellt. Das ist ungemein wichtig. Alleine der Part mit den Stärken, Interessen, was kann ich gut, was schätzen andere an mir, womit kann ich anderen helfen… ist unglaublich wichtig. Wenn man das gut angeht und sich auch die Meinungen und das Feedback aus dem Freundes-/ Bekanntenkreis dazu holt kann man wirklich profitieren. Da kommen häufig noch ungeahnte Schätze ans Licht :-) Immerhin fallen uns unsere Stärken oft selbst gar nicht so auf. Wir bemerken sie nicht, da sie uns leicht von der Hand gehen. Und wir vermuten, dass andere das auch so einfach können (müssen).
    Liebe Grüße, Andrea

    1. Liebe Andrea,
      ich stelle gerade fest, dass ich dir gar nicht geantwortet habe auf deinen Kommentar.. Danke dafür!
      Zur Entschuldigung kann ich sagen: Ich bin dafür auf deine Seite gekommen und höre seitdem deinen Podcast ;-)
      Liebe Grüße
      Cathrin

  2. Hallo Cathrin,

    wow, das sind super Fragen – und ich habe festgestellt, dass ich mir die meisten davon regelmäßig stelle. Klar, man denkt zuerst, man schränkt sich ein, aber das Gegenteil ist der Fall: man trifft bessere Entscheidungen, wenn man weiß, wohin man will. Denn: “Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht ;-)”.

    Ich gehe noch einen Schritt weiter: Unternehmen, die eine Stelle zu besetzen haben, sollten sich ähnliche Fragen stellen, anstatt die Eier legende Wollmilchsau zu suchen, die es (Überraschung!) nicht gibt. Ganz persönlich bekomme ich lieber drei Bewerbungen, die passen als 30 oder 300, von denen 98 % sofort abgesagt werden müssen. Was für eine Arbeit!

    Weiterhin viel Freude beim Schreiben wünscht dir

    deine Kommplizin Gaby

  3. Liebe Kiwi,

    danke dir für deinen Kommentar! Ich habe diese Fragen auch unterschätzt und lange gebraucht, um mich darauf einzulassen.

    Und du weißt ja auch, wovon du sprichst aufgrund deiner Erfahrungen :-)

    Viele Grüße
    Cathrin

  4. Danke, Cathrin für diesen treffenden Artikel. Die Fragen, die du stellst können den Prozess wirklich sehr effektiv unterstützen. Und gut, dass du deutlich darauf hinweist, dass man sie nicht unterschätzen soll, denn ich halte es auch für wichtig, dass man sich Zeit und Muße nimmt, um sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.

    Liebe Grüße, Kiwi

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